Zellentüren ohne Namen

Häfen-Datenschutz sorgt für mächtig Wirbel

Niederösterreich
29.10.2018 06:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Endlich anonym. Ja, im Hochsicherheitsgefängnis Krems-Stein können Mörder, Sex-Verbrecher, Räuber und Co. diese Anonymität bald genießen. Wie berichtet, dürfen Justizwachebeamte nicht mehr wissen, welcher Verurteilter hinter welcher gift-grünen Zellentüre sitzt - weil es Datenschützer so wollen. Die Wogen gehen hoch.

Der „Krone“-Bericht über einen neuerlichen Inkognito-Wahn sorgt für jede Menge Wirbel (siehe Ausschnitte unten): Denn verurteilte Schwerverbrecher „am Felsen“ müssen - geht es nach der EU-Datenschutzverordnung - bestmöglich geschützt werden. Vor wem auch immer. Fakt ist: Beamte müssen ab sofort gebastelte Blechplatterl aufheben, um Namen, Häftlingsnummern und „Aufenthaltsdauer“ des Klienten zu Gesicht zu bekommen.

„Walt Disney mit seinen Panzerknackern, welche nur Nummern am T-Shirt tragen, wird noch im Grab über die österreichischen Schildbürgerstreiche lachen!“, schreibt ein krone.at-User. Ein weiterer postet: „Ja, und nicht vergessen am Friedhof gehören auch alle Schriften und Bilder weg!“ Josef L. hingegen sieht gar einen Angriff gegen die EU: „Hier in Österreich produzieren sich selbst ernannten Sheriffs von ARGE DATEN. So bringt man die Bevölkerung gegen die EU auf.“

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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