"Kunstschütze"

Wilderer tötet mit einer Kugel gleich zwei Rehe

Tirol
10.01.2010 17:44
Nahe Umhausen hat in der Nacht zum 27. Dezember 2009 ein Wilderer in einem Auto auf seine Chance gelauert. Er bekam diese doppelt: Gleich zwei Rehe kamen aus dem Wald und liefen ihm vor die Flinte. Ein Schuss - beide Tiere liefen weg und verendeten.

Schon wieder ein Fall von Wilderei im Tiroler Oberland! Zuletzt hatte Ende Oktober 2009 beim "Pensen" am Haimingerberg ein Unbekannter mit einem Kleinkalibergewehr eine Rehgeiß gewildert. Die Ermittlungen verliefen leider im Sand. Nun schlug erneut ein Wilderer im Bezirk Imst zu: Oberhalb der Gemeindestraße der Fraktion Höfle in Umhausen lauerte der Kriminelle dem Wild auf.

Kugel durch Hals des ersten Tieres in Bauch des zweiten
Als die zwei Rehe, ein und zwei Jahre alt, aus dem Wald kamen, gab der Wilderer aus seinem Pkw einen Schuss auf die vordere, jüngere Rehgeiß ab. Das Projektil durchschlug den Hals des Tieres. Dass dieselbe Kugel nach ihrem Austritt auch das zweite Reh in den Bauch traf, wiesen die Ermittler aus Jägerschaft und Polizei erst bei der späteren Rekonstruktion dieser Untat nach.

"Beide Tiere schleppten sich noch etwa 300 Meter weiter und verendeten in einer Wiese nahe der Langlaufloipe. Beide Kadaver waren, als sie aufgefunden wurden, unangetastet", berichtet ein Polizeisprecher.

Nachweis des "Kunstschusses" durch Jagdhunde
Um den Standort der Tiere und die Position des Schützen ausfindig zu machen, ließ man mehrfach Jagdhunde beide Blutspuren zurück verfolgen. "Beide Hundegruppen trafen sich jedes Mal an ein und derselben Stelle", berichtet der Polizeisprecher. Daher sei der Nachweis erbracht: Ein Schuss, zwei Treffer.

Die Polizei Längenfeld bittet um Hinweise: Telefon: 0 59133 - 71 02.

von Hans Licha, Tiroler Krone
Symbolbild

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