Stadt muss zahlen:

Keine Wiederaufnahme im Linzer Kunstkrimi

Die Stadt Linz muss 8,24 Millionen Euro für verschollene Werke von Klimt und Schiele bezahlen. Eine Wiederaufnahme des Prozesses wurde nun in einem Urteil des Linzer Richters Hermann Holzweber abgelehnt. Ein weiteres Verfahren in der Causa, aber zu anderen Kunstwerken, steht ebenfalls kurz vor dem Urteil.

Man kann getrost von einem Kunstkrimi sprechen: Der Prozess um vier verschwundene Klimt- und Schiele-Werke, die Olga Jäger 1951 der Neuen Galerie überlassen hat, schlängelte sich bereits durch sechs Instanzen. Die Stadt Linz wurde am Ende zur Zahlung von 8,24 Millionen Euro an die Erben der Kunstsammlerin verurteilt.

Richter forschte im Archiv
Mit einem 2016 aufgetauchten Schriftstück, das beweisen sollte, dass die Ansprüche verjährt sind, wollte die Stadt eine Wiederaufnahme erreichen. Eine solche sei nur möglich, wenn es neue Beweise gäbe, die einen günstigeren Ausgang erwarten lassen und im Vorprozess von der beklagten Partei ohne Verschulden nicht vorgelegt werden konnten, so Vizepräsidentin Amalia Berger-Lehner, Sprecherin des Landesgerichtes Linz. Um das zu prüfen war der Richter sogar im Stadtarchiv - und kam zu dem Schluss, dass es der Stadt Linz zumutbar gewesen wäre, vor dem Urteil Nachforschungen anzustellen. Man geht aber davon aus, das die Ablehnung der Wiederaufnahme von der Stadt bekämpft wird.

Entscheidungen ausständig
Noch unklar ist, wie mit dem Schadenersatz für jenes verschollene Bild umgegangen wird, das im Frühjahr überraschend im Nachlass einer Linzerin aufgetaucht ist. Die Entscheidung in einem zweiten Prozess um (weitere) verschollene Bilder wird demnächst erwartet.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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