Forensikzentrum Asten

Einsatzgruppe soll das Haft-Personal schützen

Es wurde als „Vorzeigeprojekt“ eröffnet, gilt aber inzwischen als hochgefährlich: Im Forensikzentrum Asten, wo unberechenbare Gewalttäter untergebracht sind, gab es im Vorjahr 130 Alarmauslösungen wegen Gewalttaten. Es wird dringend eine Einsatzgruppe gefordert.

„Es wird geführt wie eine Psychiatrie, obwohl es eine Justizanstalt ist“, umreißt Justiz-Gewerkschafter und Personalvertreter Christian Kircher das Szenario in der Forensik Asten. Dort sind 157 unberechenbare Straftäter untergebracht, die fast ausschließlich von Zivilpersonal betreut werden.

Fast jeden dritten Tag gibt es Zwischenfall
Geschulte Justizwachebeamte gibt es nur beim Eingang. Etwa zehn Beamte sind im Tagdienst da, sechs in den Nachtstunden. Passiert etwas, müssen sie erst zur Abteilung ausrücken. Allein im Jahr 2017 gab es dort mehr als 130 Alarmauslösungen - also alle 2,8 Tage einen, berichtet Kircher.

Meistens waren Zivilisten die Opfer
41 Einsätze erfolgten in videoüberwachten Hafträumen, 96 „Untergebrachte“ wurden nach massiven Angriffen besonderen Sicherungsmaßnahmen zugeführt oder „abgesondert“. Wobei in etwa 90 Prozent der tätlichen Angriffe Zivilisten - Therapeuten, Betreuer - die Opfer waren.

Fünf Verletzte Justiszwachen
Gegen Justizwachepersonal sind aus dem Jahr 2017 fünf Verletzte dokumentiert, die insgesamt 142 Tage im Krankenstand waren, allein einer der Verletzten 102 Tage, wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung hervorgeht. „Die meisten der Untergebrachten in der Forensikabteilung sollten eigentlich in psychiatrischen Einrichtungen betreut werden - doch das würde zusätzliche Kosten verursachen, also wird alles im Vollzug untergebracht“, kritisiert Kircher

Bald 300 Gewalttäter im Forensik-Zentrum
Mit Beginn nächsten Jahres soll die Forensik von einer Außenstelle der Justizanstalt Linz zu einer eigenen Justizanstalt ausgebaut werden - mit 300 Gefangenen. „Im Hinblick auf die Gefahr für das Personal durch die Untergebrachten bedarf es in Asten dringendst einer speziell geschulten Einsatzgruppe“, fordert Kircher.

Johann Haginger/ Kronen Zeitung

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