Di, 23. Oktober 2018

AK Test in OÖ ergab:

11.10.2018 10:00

Baby-Bodys sogar mit gefährlichen Chemikalien

10 Baby-Bodys testete die AK OÖ auf Inhaltsstoffe und Hautverträglichkeit - drei aus biologischer Baumwolle und sieben konventionelle. In einem Produkt aus Bangladesch wurde dabei eine in der EU verbotene Chemikalie entdeckt, die auch Gewässer gefährdet.

Zwei weitere Produkte wurden als „nicht hautfreundlich“ beurteilt, weil beim Tragen dieser Textilien Hautirritationen auftreten können.

Textilien mit Zellenkulturen getestet
Für die AK-Tests wurde eine zufällige Auswahl von zehn Bodys für Babys getroffen, wobei der günstigste Body 71 Cent pro Stück kostete, der teuerste 7 Euro. Zur Prüfung wurde aus den ausgewählten Textilien ein Extrakt mit künstlicher Schweißlösung hergestellt, das anschließend zu lebenden Zellen einer Zellkultur gegeben wurde. Nach 24 Stunden wurde der Anteil lebender Zellen bestimmt. Überlebten 70 Prozent der Zellen, war die Prüfung auf Hautverträglichkeit erfolgreich bewertet. Bis auf zwei Produkte bestanden alls Bodys diesen Test.

Reinigungsmittel gefährdet unsere Gewässer
In einem Baby-Body mit der Bezeichnung „Rock“, der laut Hersteller in Bangladech hegestellt wurde, wurde eine unerlaubt hohe Konzentration von Tensid-Rückständen festgestellt. Konkret lag die Summe der Alkylphenolverbindungen deutlich über dem erlaubten Grenzwert, zu denen Nonylphenolethoxylate (NPEO), Nonylphenol (NP) und verwandte Chemikalien zählen. Zwar sind NPEO in der EU verboten, werden aber außerhalb Europas in der Textil- und Lederverarbeitung häufig als Wasch- und Reinigungsmittel eingesetzt. Nach den ersten Waschgängen gelangt das kaum abbaubare NPEO in heimische Gewässer und damit auch in unsere Nahrungskette. Für die Gewässerfauna sind bereits kleinen Dosen von NPEO gefährlich. Darüber hinaus können sie sich im Körpergewebe anreichern, auch wenn keine unmittelbare Gefahr für den Menschen von ihnen ausgeht.

Bei Textilien auf Gütesiegel achten
Die Tester empfehlen, bei Textilien besonders auf das Gütesiegel des Global Organic Textile Standards (GOTS) zu achten. Es ist das einzige Textilsiegel, dass hohe ökologische Standards für die gesamte textile Produktionskette - inklusive Rohstoff- und Textilproduktion mit Veredelung und Farben - garantiert. Das bedeutet, dass alle eingesetzten chemischen Zusätze, wie Farbstoffe und Hilfsmittel, bestimmte umweltrelevante und toxikologische Kriterien erfüllen müssen.
Die detaillierten Ergebnisse des Tests der oberösterreichischen Arbeiterkammer gibt es auf der Webseite des Konsumentenschutzes.

Johann Haginger, Kronen Zeitung

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