Fr, 14. Dezember 2018

Kapitän festgenommen

22.09.2018 19:51

Erste Verhaftungen nach Fährunglück am Victoriasee

Nach dem verheerenden Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania mit mehr als 200 Toten hat Präsident John Magufuli die Festnahme der Verantwortlichen angeordnet. Als Erster wurde nach einem Bericht der Zeitung „The Citizen“ der Kapitän der Fähre in Gewahrsam genommen, der sich nach Angaben des Staatschefs zum Zeitpunkt des Kenterns nicht an Bord befunden hatte.

Der Kapitän habe das Ruder jemandem überlassen, der für das Führen eines Schiffes keine Ausbildung habe. Als Hauptgrund für das Unglück nannte Magufuli die Überladung der Fähre. Das brechend volle Schiff MV Nyerere war am Donnerstag auf dem größten See Afrikas von Bugolora auf der Insel Ukerewe zur Nachbarinsel Ukara unterwegs. Die Fähre sei nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt gekentert, hieß es von der Behörde, die für die Fähren in Tansania zuständig ist.

Maschinist nach zwei Tagen lebend geborgen
Zwei Tage nach dem Unglück wurde ein Überlebender gefunden, sagte Verkehrsminister Isack Kamwelwe. Es handle sich um einen Ingenieur der Fähre, er sei in kritischem Zustand. Der Maschinist habe sich in einem „speziellen Raum“ mit ausreichend Luft zum Überleben eingesperrt gehabt und konnte am Samstag daraus gerettet werden.

Bis Samstagabend wurden 218 Tote geborgen. Die Behörden gehen davon aus, dass sich im Rumpf weitere Leichen befinden. Nach ersten Schätzungen waren mehr als 300 Menschen an Bord, die exakte Zahl ist aber noch immer nicht bekannt.

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