Mi, 19. Dezember 2018

Unglück in Tansania

22.09.2018 11:01

151 Tote - und der Kapitän war gar nicht an Bord

Nach einem schweren Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania mit mindestens 151 Toten und zahlreichen Vermissten hat Präsident John Magufuli die Festnahme der Verantwortlichen angeordnet. Als Erster wurde der Kapitän der Unglücksfähre in Gewahrsam genommen, der sich nach Angaben des Staatschefs zum Zeitpunkt des Kenterns nicht an Bord befunden hatte. Er hatte das Ruder jemandem überlassen, der für das Führen eines Schiffes keine Ausbildung habe.

Das brechend volle Schiff MV Nyerere war am Donnerstag auf dem größten See Afrikas von Bugolora auf der Insel Ukerewe zur Nachbarinsel Ukara unterwegs. Die Fähre sei nur wenige Meter von der Anlegestelle entfernt gekentert, hieß es von der Behörde, die für die Fähren in Tansania zuständig ist.

Bis Samstagfrüh konnten 151 Todesopfer geborgen werden, wie Präsident Magufuli im staatlichen Fernsehen sagte. „Aber es ist klar, dass im Rumpf des Schiffes weitere Leichen sind“, sagte er. Als Hauptgrund für das Unglück nannte Magufuli Überladung der Fähre.

Fassungsvermögen um mehr als das Doppelte überschritten
Nach ersten Schätzungen waren mehr als 300 Menschen an Bord. Das Fassungsvermögen des Schiffes war damit um mehr als das Doppelte überschritten. Rund 100 Menschen wurden am Donnerstag gerettet. Um der Opfer zu gedenken, ordnete Magufuli eine viertägige Staatstrauer an.

Die Rettungsarbeiten an der Fähre, die kieloben vor dem Ufer trieb, werden von professionellen Tauchern unterstützt. Sie waren am Vormittag aus der Hafenstadt Daressalam sowie der Nachbarregion Mara am Victoriasee eingetroffen. Die Fähre wurde 2014 in Auftrag gegeben und erst vor zwei Monaten renoviert. Unter anderem wurden zwei neue Motoren eingebaut.

Immer wieder tödliche Unfälle
Der Victoriasee liegt in Tansania, Uganda und Kenia. Tödliche Unfälle kommen auf dem See sowie vor der Küste immer wieder vor. Oft sind Boote und Fähren überfüllt, außerdem können Unwetter zu derartigen Unglücken führen.

2012 etwa war eine Fähre auf dem Weg vom Festland Tansanias zur Tropeninsel Sansibar gesunken, dabei ertranken mindestens 100 Menschen. Im Vorjahr waren mehr als 160 Menschen bei einem Fährunglück vor der Küste von Sansibar gestorben.

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