2024 wird Österreich wieder eine Kulturhauptstadt haben: „Die größte Chance seit Beginn des Salzhandels“, schwärmt Hannes Heide, Bürgermeister von Bad Ischl. Die Kaiserstadt ist das Zugpferd in der Bewerbung der Region Inneres Salzkammergut um den Titel mit europäischer Dimension. Die Leitlinien stehen fest.
Die Uhr tickt. Bis Ende des Jahres müssen alle Bewerber aus Österreich - derzeit Dornbirn, St. Pölten und das Salzkammergut - ihr Konzeptbuch eingereicht haben. Ab Jänner tagt die Jury der Europäischen Union, die den Titel „Kulturhauptstadt“ vergibt - darin vertreten auch Uli Fuchs, einst Vize-Intendant der Kulturhauptstadt Linz09.
„Es ist einerseits wichtig, die Identität einer Region herauszufinden, um eine Geschichte zu erzählen“, sagt Oliver Scheytt. Er ist Kulturmanager und Macher von Kulturhauptstädten wie „Ruhr 2010“. Andererseits muss diese „Geschichte“ eine europäische Dimension bekommen. Mit den Stichworten „Salz und Wasser“ scheint das für das Innere Salzkammergut gefunden zu sein: „Ein Spiegel und zugleich offen für Vielfalt“, sagt Lisa Neuhuber vom Projekt-Team. Oliver Scheytt dazu: „Das bringt gute Chancen!“
Beteiligungsprozess
Schon seit Monaten läuft ein breiter Beteiligungsprozess der Bevölkerung: „Wir haben in die Leute hineingehört“, so Neuhuber. Daraus leiten sich vier Programmlinien ab: Macht und Tradition, Kraft der Gegenkultur, Auswirkungen des (Hyper-)Tourismus und ein Sommerfrische-Aspekt. In den nächsten Wochen sollen konkrete Projekte entwickelt werden: „Der Prozess sorgt für eine Dynamik in der Kulturentwicklung“, sagt Heide. Für die Wirtschaft der Region unabdingbar, um Arbeitsplätze zu entwickeln, Fachkräfte anzuziehen und Bildung zu forcieren.
Große Chance
„Letztlich basiert alles auf Kultur“, unterstreicht Franz Steinegger, Bürgermeister vom steirischen Grundlsee. Auch er sieht im Titel „Kulturhauptstadt“ große Chancen für das Ausseerland, das ja ebenfalls zum Salzkammergut zählt.
Angepeilt wird ein Budget von 21 Millionen Euro, das von Bund, drei Bundesländern, Gemeinden und Sponsoren getragen werden soll. Gespräche mit dem Land Oberösterreich finden erst im Oktober statt. Derzeit sind insgesamt 30 Gemeinden im Prozess aktiv. Es ist übrigens die erste Bewerbung einer Region, die so nah an den Alpen liegt.
Elisabeth Rathenböck/Kronenzeitung











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