Mi, 19. September 2018

Weitere Anklage

14.09.2018 07:30

Fehldiagnose tötete Vater:Zweiter Arzt vor Gericht

Eine Internistin wurde in Linz bereits rechtskräftig zu 5400 Euro Geldstrafe verurteilt, weil durch ihren Fehler ein Familienvater (56) an einem Zwölffingerdarm-Durchbruch gestorben ist. Erkenntnisse während ihres Verfahrens bringen nun einen weiteren Arzt dieses Spitals vor Gericht, auch wegen fahrlässiger Tötung.

Richter Hermann Pichlmayr vom Linzer Bezirksgericht hatte beim Verfahren gegen die junge Ärztin am 7. August gemeint, die gesamte Krankenhaus-Organisation gehöre „an den Pranger gestellt“. Es ging um einen 56-jährigen Patienten aus dem Bezirk Linz-Land, der am 11. März 2016 mit starken Bauchschmerzen ins Spital der Barmherzigen Brüder in Linz eingeliefert worden war.

Turnusarzt verabsäumte notwendige Schritte
In der Notaufnahme hatte ein 30-jähriger Turnusarzt in Ausbildung Dienst, der ein Röntgenbild anfertigte, das rasch Klarheit über die notwendige Behandlung gegeben und dem Patienten das Leben gerettet hätte - doch der Turnusarzt hatte die notwendigen Schritte nicht eingeleitet.

Probleme mit dem Internet
Und die Internistin hatte das Röntgenbild wegen eines WLAN-Ausfalles nicht anschauen können. Zwei Tage später verstarb der Familienvater im Spital.

Bis zu einem Jahr Haft droht
„Während des Prozesses gegen die Internistin ergaben sich dann die Verdachtsmomente gegen den Turnusarzt, dass auch er Mitschuld am Tod des Patienten habe“, so Staatsanwaltssprecherin Mag. Ulrike Breiteneder zur „Krone“. Deshalb wurde nun auch Strafantrag gegen den Mediziner in Ausbildung gestellt. Ihm drohen bis zu einem Jahr Haft oder 720 Tagsätze Geldstrafe.

Johann Haginger/ Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.