Marcel S. (19) ist ein strebsamer Jugendlicher. Die Handelsschule in Villach hat er erfolgreich absolviert, dann sattelte er um. Mutter Gabi S.: „Marcel wollte einen echten Beruf lernen, bemühte sich erfolgreich um einen Platz in der Kelag-Lehrlingsschule und fing dort am 1. September seine Ausbildung an. Mein Sohn war sehr glücklich.“
Doch das Militärkommando Kärnten und das Verteidigungsministerium als zweite Instanz sind gnadenlos: Marcel muss am 4. Jänner einrücken. Das bedeutet: Lehrplatz weg, Berufsausbildung kaputt, Zukunft ungewiss.
"Da fährt die Eisenbahn drüber"
Begründung der Verantwortlichen beim Heer: „Die Handelsschule gilt als fertige Ausbildung. Marcel S. könnte damit einen Job finden.“ Helmut Sadnikar vom Militärkommando: „Ja, da fährt die Eisenbahn drüber. Die Gesetzeslage ist so.“
Zwischen der Zusage für einen Lehrplatz und der Bitte um Wehrdienst-Aufschub gab es Frist-Kollisionen. Mutter Gabi fleht: „Man kann doch die Zukunft eines Jugendlichen nicht so kaputt machen.“
von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.