Klimagipfel

Entwicklungsländer blockieren die Verhandlungen

Ausland
14.12.2009 18:14
Die Entwicklungsländer einschließlich China und Indien haben am Montag die Verhandlungen über das geplante Weltklimaabkommen blockiert, um die Industrieländer zu ehrgeizigeren Zielen zu drängen. Aus Sicht von Beobachtern ist trotz des Streits noch nichts verloren. Nach einer mehrstündigen Unterbrechung kehrten die afrikanischen Delegationen am Nachmittag schließlich an den Verhandlungstisch zurück.

In Kopenhagen verhandeln seit einer Woche 192 Länder über ein Abkommen, um eine Klimakatastrophe abzuwenden. Es soll bis Ende der Woche zumindest in Eckpunkten stehen. Am Montag weigerten sich jedoch etwa 135 Entwicklungsländer unter Führung einiger afrikanischer Nationen zunächst, in den Arbeitsgruppen weiterzureden.

"Derzeit passiert hier nichts"
"Derzeit passiert hier nichts", sagte Zia Hoque Mukta, ein Delegierter aus Bangladesch. Die Entwicklungsländer forderten Konferenzpräsidentin Connie Hedegaard auf, die Emissionsziele der Industrieländer ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen, bevor die Gespräche wieder aufgenommen werden können. Sie wollten durchsetzen, dass das Kyoto-Protokoll auch für die Zeit nach 2012 fortgeschrieben wird.

Das Protokoll sieht nur für die Industrieländer verbindliche Klimaziele vor. Die Industrieländer wollen dagegen ein völlig neues Abkommen, das auch Schwellen- und Entwicklungsländern Pflichten auferlegt - allerdings geringere als den reichen Staaten.

Österreich steht beim Klimaschutz im internationalen Vergleich indes nach wie vor schlecht da: Im aktuellen Ranking der Umweltorganisation Germanwatch liegt die Alpenrepublik auf einer 60-stufigen Skala auf Platz 42 und rangiert damit deutlich im hinteren Drittel.

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