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Alte Landsorten sind in Tirol auf dem Vormarsch

Tirol
21.08.2018 12:00
Porträt von Anna Haselwanter
Von Anna Haselwanter

Die Getreideernte ist in Tirol weitgehend abgeschlossen - und endet mit einer zweischneidigen Bilanz: Die Erntemenge liegt heuer aufgrund der Trockenheit unter dem Durchschnitt. Der Ertrag ist dafür aber gänzlich gentechnik-frei. Alte Landsorten bestechen zudem durch viel Potenzial.

„Wir haben einen Schatz in Tirol“, eröffnete LHStv. Josef Geisler am Montag die Pressekonferenz unter freiem Himmel. Gemeint ist damit die Genbank, in der keimfähiges Material von rund 1000 verschiedenen Landsorten gelagert ist - darunter 700 Getreidesorten. Unter anderem auch der „Tiroler Sommerroggen“, der am Montag zwischen Zirl und Eigenhofen geerntet wurde.

Alte Landsorten heiß begehrt
„Der Sommerroggen eignet sich etwa bestens als Brotgetreide oder für Lebensmittelspezialitäten“, erklärte Christian Partl vom Fachbereich Versuchswesen und Genbank des Landes. Grundsätzlich seien die alten Landsorten sehr gefragt - etwa zum Bierbrauen oder Backen.

Neue Chancen
Zudem bieten sie hinsichtlich der Klimaveränderung neue Chancen. „Die alten Sorten haben sich über Jahrhunderte an die Standorte angepasst. Die Vielfalt der Eigenschaften kann nun durch Züchtungsmethoden nutzbar gemacht werden“, schilderte Klaus Wallnöfer, Vorstand der Abteilung landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei.

Tirol ist gentechnik-frei
Außerdem ist der heimische Getreideanbau völlig gentechnikfrei. „Tirol war 2005 eines der ersten Bundesländer mit einem eigenen Gentechnik-Vorsorgegesetz. Wer also Gentechnik-Freiheit will, greift am besten zu regionalen Lebensmitteln“, so Geisler.

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