21.08.2018 06:28 |

Fundort ungewöhnlich

Granate aus dem Faaker See höchst gefährlich

Jene Handgranate, die - wie berichtet - von einem Deutschen im Faaker See gefunden worden ist, war für ein Museum bestimmt gewesen. Der Urlauber hielt das gefährliche Kriegsrelikt für eine alte Lampe und wollte sie einem Freund mitbringen. Wie gefährlich sie war, erkannte er nicht; und hatte unwahrscheinliches Glück.

Am Faaker See fürchtet man nun, dass der Fund sogar Touristen abschrecken könnte. Dabei war es nach langer Zeit die erste Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges, die hier aufgetaucht ist. An anderen Kärntner Seen sind solche Funde hingegen gang und gäbe; es vergeht kein Jahr, in dem nicht der Entminungsdienst tauchen gehen muss, weil nach dem Krieg tonnenweise Material im Wasser versenkt worden war.

Am Faaker See ist so etwas ungewöhnlich. Keiner der Beamten der Polizeiinspektion kann sich an etwas Ähnliches erinnern. Gruppeninspektor Thomas Stelzer: „Alle waren überrascht, als es hieß, die Granate sei aus unserem See.“

Das Kriegsrelikt hat es nämlich in sich: Es handelt sich um eine Granate der italienischen Marke Breda. Stelzer: „Sie ist anders gebaut als herkömmliche, moderne Handgranaten. Diese haben einen Splint oder Stift, den man abziehen muss, um sie zu entschärfen. Die Handgranate aus dem See hat so etwas nicht.“ Sie besaß dagegen einen sogenannten „allseitig wirkenden Aufschlagzünder“. Stelzer: „Egal, wie so ein Ding nach dem Werfen aufkommt, es explodiert.“

Normalerweise: Denn zum Glück hatte das Wasser sich auf den Zünder ausgewirkt. Sonst hätte es schon eine Explosion geben können, als der Urlauber die Granate, die er für eine antike Lampe hielt, zum Trocknen auf das Fenster gestellt hat. Und erst recht, als sie beim Aufräumen aus dem Fenster hinausgeworfen wurde. Wäre die Granate explodiert, hätte das enormen Schaden angerichtet. Menschen, die in der Nähe gewesen wären, hätten schwerste Verletzungen davontragen können. Polizisten, die dabei waren, als der Entminungsdienst die Handgranate in einer nahe gelegenen Schottergrube gezündet hat, um sie unschädlich zu machen, berichten, dass sogar in einer Entfernung von 100 Metern noch eine starke Schockwelle zu verspüren gewesen ist.

Als man den deutschen Finder davon unterrichtete, war dieser schockiert und fassungslos. Der Polizist: „Er hat genau verstanden, welches Glück er und alle anderen hatten, die mit der Granate zu tun gehabt haben.“

Serina Babka
Serina Babka
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