Wien zu unsicher

Ex-Botschafter Alijev flüchtet vor Schwiegervater

Wien
13.12.2009 19:24
Seit Monaten lebt er in Todesangst und wird ständig von Dutzenden Leibwächtern abgeschirmt – Ex-Botschafter Rakhat Alijev. Auf der Flucht vor seinem rachsüchtigen Schwiegervater musste sich er sich nun aus Österreich zurückziehen. Denn auch in Wien dürfte es dem Ex-Vizeaußenminister seines Landes jetzt aber zu heiß geworden sein.

Im Ausland soll er schon unter neuer Identität leben. "Rakhat ist derzeit in keinem Land der Erde sicher. Schließlich reicht der Arm seines rachsüchtigen Schwiegervaters und Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajev bis in die entlegensten Winkel", so ein Vertrauensmann des früheren kasachischen Botschafters in Österreich, der aus Angst anonym bleiben will.

Wien war ihm zu unsicher
Auch in Wien dürfte sich Alijev nicht sicher gefühlt haben. Schließlich wollen die Gerüchte nicht abreißen, dass der allmächtige Diktator schon bald nach Wien zu einer Sitzung der OSZE anreisen könnte. Bereits vor Wochen dürfte sich der frühere Geheimdienstmitarbeiter daher in Ausland abgesetzt haben. "An einen unbekannten Ort", wie es offiziell heißt.

Für die heimischen Behörden soll der Osteuropäer aber dennoch ständig erreichbar sein. Ein Justiz-Insider zur "Krone": "Auch wenn er keine Verlängerung seiner befristeten Aufenthaltsbewilligung beantragt hat, kann er ja stets nach Österreich zurückkehren. Schließlich ist aktuell noch ein zweites Auslieferungsverfahren anhängig."

Zuletzt hatte der als "Borat-Botschafter" bekannte Kasache hierzulande im Rahmen des "Spitzel-Untersuchungsausschusses" für großen Wirbel gesorgt.

von Gregor Brandl, Kronen Zeitung

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