Für enormes internationales Aufsehen haben FPÖ-Bürgermeister Andreas Rabl und LH-Vize Manfred Haimbuchner mit der Urlaubseinladung für den italienischen Minister Salvini gesorgt. Die Meinungen darüber sind gespalten. Auch in Oberösterreich gibt es Lob und Kritik. Die Opposition läuft jedenfalls Sturm.
„Wir wissen halt, wie wir die Linken zur Explosion bringen“, genießt FPÖ-Landesparteichef Manfred Haimbuchner offensichtlich den Aufschrei von SPÖ und Grünen. Die Einladung für den Rechtspopulisten Matteo Salvini, nach Wels zu kommen, hält er für ein richtiges und wichtiges Zeichen. „Salvini ist in Italien demokratisch gewählt worden. Es gibt überhaupt keinen Grund, ihn nicht willkommen zu heißen!“
Salvini bedankt sich auf Facebook
Dafür bedankte sich der Rechtsaußen nun auf seiner Facebook-Seite. Ob er jemals nach Wels kommen wird, ist Haimbuchner nicht so wichtig. Vielmehr gehe es ihm um die Symbolik. „Deshalb müsste sich Salvini auch seinen Urlaub selbst bezahlen“, erklärt der blaue Stadtchef Andreas Rabl. Der ÖVP, die mit den Freiheitlichen in Wels regiert, stößt die Einladung sauer auf. „Es ist nicht das, was ich mir wünsche. Und es ist auch fraglich, ob Wels dieses Image haben möchte“, meint der Stadtparteichef und Landtagsabgeordnete Peter Csar.
SPÖ lädt Salvini aus
Noch viel heftiger reagiert die Welser SPÖ. Sie lädt - so wie auch Mallorca - Salvini aus. „Wir brauchen keinen weiteren rechten Hetzer in Wels!“, betont Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer. Er fordert alle Welser, die genauso denken, zum Protest auf.
Grüne sind empört
Empört reagieren die Welser Grünen: „Salvini ist derjenige, der Roma-Zählungen angeordnet hat und der lieber Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, als sie retten zu lassen. Wer sich mit einer solchen Politik solidarisiert, zeigt, wessen Geistes Kind er ist!“
Rabl: Wels fast so bekannt wie Mallorca
Trotz der Kritik der Links-Parteien steht der Welser FP-Stadtchef Andreas Rabl zur Urlaubs-Einladung an Salvini.
„Krone“: Haben Sie mit dieser enormen Aufregung gerechnet?
Andreas Rabl: Eigentlich schon. Aber es war mir wichtig, einen Kontrapunkt zu setzen. Menschen im vereinten Europa auszuladen, halte ich für unangebracht.
„Krone“: Wels ist in den internationalen Medien Thema, die Berichte sind nicht nur positiv
Rabl: Auch dessen war ich mir bewusst. Aber die Rennradregion Wels ist jetzt fast so bekannt wie die Radfahrerdestination Mallorca.
„Krone“: Also ging es Ihnen um eine Werbung für Wels?
Rabl:Nein, überhaupt nicht. Ich wehre mich einfach dagegen, dass jemand sagt, „du bist hier nicht willkommen“.
„Krone“: Und was sagen Sie zum Vorwurf, dass die FPÖ von den Turbulenzen in der Regierung ablenken möchte?
Rabl:Auch das ist nicht richtig. Die Partei liefert in der Regierung eine Super-Performance ab. Das bestätigen auch die Umfragewerte. Dass einzelne Themen bei einer Reform manchen Personen nicht so gefallen, ist doch selbstverständlich.
„Krone“: Haben Sie an Herrn Salvini schon die Einladung verschickt?
Rabl: Nein. Ich habe nur unserem Generalsekretär Harald Vilimsky, der im EU-Parlament mit Salvini zusammenarbeitet, davon berichtet. Er wird ihm die Botschaft überbringen.
Mario Zeko, Kronen Zeitung
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