Philippiner erwünscht
Wird Polen nun zum Einwanderungsland?
Die nationalkonservative Regierung in Polen verfolgt eigentlich eine restriktive Migrationspolitik und lehnt etwa die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen EU-Ländern strikt ab. Doch der zunehmende Fachkräftemangel zwingt Warschau nun dazu, Einwanderung doch zu fördern. Derzeit führt die Regierung von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki Verhandlungen mit der philippinischen Regierung über die Anwerbung philippinischer Fachkräfte.
Die Gespräche seien „auf einem guten Weg“, meinte der stellvertretende Arbeitsminister Stanislaw Szwed am Wochenende gegenüber der Nachrichtenagentur PAP. Im Visier stehen vor allem qualifizierte Fachkräfte aus dem IT-Bereich, dem Baugewerbe und dem Gesundheitssektor. Szwed verwies auf die „kulturelle Nähe“ beider Länder - „insbesondere durch die katholische Konfession“. Die Ablehnung muslimischer Migranten wird mit Sicherheitsbedenken begründet.
Experten warnen vor dramatischem Arbeitskräftemangel
Wegen der niedrigen Geburtenrate, der zunehmenden Alterung der Gesellschaft und der Abwanderung polnischer Arbeitskräfte in reichere EU-Länder rechnen Experten mit einem dramatischen Arbeitskräftemangel: Im Jahr 2030 könnte jeder fünfte Arbeitsplatz in Polen unbesetzt sein, falls das Land dafür keine Migranten anwirbt.
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