Überragender Sieg

Morales in Bolivien mit bis zu 63% wiedergewählt

Ausland
07.12.2009 07:35
In Bolivien ist Amtsinhaber Evo Morales bei der ersten Präsidentenwahl unter der neuen Verfassung am Sonntag mit überragender Mehrheit im Amt bestätigt worden. Für den linksgerichteten Indio- Präsidenten stimmten nach inoffiziellen Prognosen zwischen 62 und 63 Prozent. Das waren fast zehn Prozentpunkte mehr als bei seiner ersten Wahl 2005. Sein schärfster Widersacher, der konservative frühere Militär Manfred Reyes Villas, kam nur auf 23 bis 24 Prozent.

Zudem hat Morales nach Prognosen auch eine Zweidrittel-Mehrheit im Senat errungen. Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Meinungsforschungsinstitute eroberte seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) 25 der insgesamt 36 Sitze im Senat. Im Abgeordnetenhaus war ihm eine Mehrheit sicher. 

"Die Revolution in Bolivien stärken"
"Wie jeder Bürger erfülle ich meine Pflicht, an der Wahl teilzunehmen und so die Revolution in Bolivien zu stärken und zu vertiefen", hatte er bei der Stimmabgabe in der Provinz Cochabamba gesagt. Dann überraschte er das Land mit der Ankündigung, er wolle eventuell 2015 ein drittes Mal antreten. Die jetzige Wahl sei ja die erste unter der neuen Verfassung, die eine Wiederwahl erlaube.

Morales, der dem Volk der Aymara abgehört und dessen erste Amtszeit von zahlreichen Konflikten begleitet wurde, hatte kurz vor der Abstimmung betont, sein Reformprojekt sei noch nicht abgeschlossen. "Ich will für fünf weitere Jahre Präsident sein, um die Reformen und die industrielle Nutzung unserer Bodenschätze, die wir 2006 begonnen haben, zu vollenden", sagte er.

Enger Vertrauter von Hugo Chavez
Der Verbündete und enge Vertraute des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez betreibt eine Politik, die nach seinen Worten der seit Jahrhunderten benachteiligten Indio-Mehrheit mehr Rechte geben soll. Armen Bauern soll zudem zu Land verholfen werden. Er ist daher vor allem bei der ärmeren Bevölkerung des Landes populär.

Die Besitzverhältnisse ließ er im Großen und Ganzen jedoch unangetastet. Allerdings wurden Öl- und Erdgasunternehmen verstaatlicht, damit die Gewinne aus der Ausbeutung der Bodenschätze im Land bleiben. Damit verärgerte er auch internationale Investoren.

Konzerne unter staatlicher Aufsicht
Morales stellte zudem Bergbau- und Telefonkonzerne unter staatliche Aufsicht. In seiner zweiten Amtszeit könnte er sich Zementfirmen, Molkereien, Pharmahersteller und Papierfabriken vornehmen und die Investitionen in Gasfelder und Staudämme zur Stromgewinnung aufstocken. Außerdem setzte Morales unter großem Widerstand der konservativen Opposition eine neue Verfassung durch.

Die Opposition wirft Morales vor, das Land in die Abhängigkeit von Venezuela geführt zu haben und eine rassistisch gefärbte kommunistische Diktatur errichten zu wollen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
07.12.2009 07:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung