Überragender Sieg
Morales in Bolivien mit bis zu 63% wiedergewählt
Zudem hat Morales nach Prognosen auch eine Zweidrittel-Mehrheit im Senat errungen. Nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Meinungsforschungsinstitute eroberte seine Bewegung zum Sozialismus (MAS) 25 der insgesamt 36 Sitze im Senat. Im Abgeordnetenhaus war ihm eine Mehrheit sicher.
"Die Revolution in Bolivien stärken"
"Wie jeder Bürger erfülle ich meine Pflicht, an der Wahl teilzunehmen und so die Revolution in Bolivien zu stärken und zu vertiefen", hatte er bei der Stimmabgabe in der Provinz Cochabamba gesagt. Dann überraschte er das Land mit der Ankündigung, er wolle eventuell 2015 ein drittes Mal antreten. Die jetzige Wahl sei ja die erste unter der neuen Verfassung, die eine Wiederwahl erlaube.
Morales, der dem Volk der Aymara abgehört und dessen erste Amtszeit von zahlreichen Konflikten begleitet wurde, hatte kurz vor der Abstimmung betont, sein Reformprojekt sei noch nicht abgeschlossen. "Ich will für fünf weitere Jahre Präsident sein, um die Reformen und die industrielle Nutzung unserer Bodenschätze, die wir 2006 begonnen haben, zu vollenden", sagte er.
Enger Vertrauter von Hugo Chavez
Der Verbündete und enge Vertraute des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez betreibt eine Politik, die nach seinen Worten der seit Jahrhunderten benachteiligten Indio-Mehrheit mehr Rechte geben soll. Armen Bauern soll zudem zu Land verholfen werden. Er ist daher vor allem bei der ärmeren Bevölkerung des Landes populär.
Die Besitzverhältnisse ließ er im Großen und Ganzen jedoch unangetastet. Allerdings wurden Öl- und Erdgasunternehmen verstaatlicht, damit die Gewinne aus der Ausbeutung der Bodenschätze im Land bleiben. Damit verärgerte er auch internationale Investoren.
Konzerne unter staatlicher Aufsicht
Morales stellte zudem Bergbau- und Telefonkonzerne unter staatliche Aufsicht. In seiner zweiten Amtszeit könnte er sich Zementfirmen, Molkereien, Pharmahersteller und Papierfabriken vornehmen und die Investitionen in Gasfelder und Staudämme zur Stromgewinnung aufstocken. Außerdem setzte Morales unter großem Widerstand der konservativen Opposition eine neue Verfassung durch.
Die Opposition wirft Morales vor, das Land in die Abhängigkeit von Venezuela geführt zu haben und eine rassistisch gefärbte kommunistische Diktatur errichten zu wollen.
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