In Kellern versteckt
Teure Meisterwerke bei Parmalat-Gründer gefunden
Tanzi, Gründer des Milchkonzerns Parmalat, war Ende 2008 zu zehn Jahren Haft wegen betrügerischer Insolvenz seines Unternehmens verurteilt worden. Tausenden von kleinen Anlegern, die durch den Zusammenbruch seines Konzerns ihr Erspartes verloren hatten, schuldet er bis heute noch Geld.
Ermittler suchen seit Jahren
Bereits seit Jahren gab es den Verdacht, Tanzi könne einen Teil seines Vermögens versteckt haben. Bis nach Südamerika, nach Ecuador, Uruguay und Venezuela hatte es die Fahnder in den vergangenen Jahren auf der Suche Tanzis verborgenem Schatz verschlagen. Der Milchmogul hatte dessen Existenz stets abgestritten.
Laut italienischen Medienberichten hatten die Beamten der Steuerfahndung Tanzis Telefon überwacht, nachdem eine italienische TV-Sendung am vergangenen Sonntag über die versteckten Meisterwerke spekuliert hatte. Bereits nach wenigen Tagen wurden sie fündig und konnten den geplanten Verkauf der kostbaren Bilder im letzten Moment verhindern. Der verschuldete Industrielle hatte Werke nach Russland verkaufen wollen, anstatt seine Gläubiger auszuzahlen.
14 Milliarden Euro Schulden
Durch die Insolvenz des Parmalat-Konzerns im Jahr 2003 mit einer Schuldenlast von 14 Milliarden Euro hatten zahllose kleine Anleger und Investoren ihr Geld verloren. Parmalat steht seither für einen der weltweit größten Finanzskandale. Calisto Tanzi hatte das Unternehmen als junger Mann gegründet - als kleine Molkerei. Er baute es zu einem Weltkonzern aus, nicht zuletzt mit Hilfe eines Korruptionsnetzes, das Politiker, Finanzentscheider und Journalisten einbezog.
Im Jahr 2002 war Parmalat mit 25 Prozent plus 1 Aktie (also einer Sperrminorität) bei der im Besitz der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien stehenden NÖM eingestiegen. 2005 hatte Raiffeisen die Anteile vom damals bereits insolventen Parmalat-Konzern aber wieder zurückgekauft.
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