Mi, 15. August 2018

Diebische Urlauber

24.07.2018 09:00

Hotelgäste lassen sogar Bilder und Möbel mitgehen!

Im Urlaub fallen viele Hemmungen - auch jene, einen Diebstahl zu begehen! Denn manche Hotelgäste werden zu diebischen Elstern und lassen aus ihren Unterkünften nicht nur „Mitbringsel“ wie Seife oder Shampoo mitgehen. Auch ganze Möbelgarnituren oder Aquarelle wechseln da den Besitzer, erzählen die Hoteliers.

„Ich ärgere mich da gar nicht mehr, das bringt nichts. Und in letzter Zeit wurden wir eh halbwegs verschont, denn wir haben viele Stammgäste und die machen so etwas nicht“, lacht Hois‘n Wirt Hans Schallmeiner aus Gmunden. Dem in seiner Unterkunft sogar schon Aquarelle von einem befreundeten Künstler abhanden gekommen sind: „Und einmal hatten wir im Wirtsstüberl rund 20 neue, schöne Pfeffermühlen und Salzstreuer. Die sind aber rasch weniger geworden.“

Gegen Diebstähle seiner eigenen Gäste montiert er den Fön in den Zimmern an die Wand und hat die beliebten Handtücher mit aufgesticktem Hotellogo durch welche ohne Logo ersetzt.

Ganze Möbelgarnitur geklaut
Das Problem mit diebischen Gästen kennt auch Christoff Seibert, Direktor vom Hotel Schillerpark in Linz: „Einmal hat nach einem Besuch ein Tisch samt dazugehörigem Hocker und Stuhl gefehlt. Der Gast muss das Ganze in der Nacht via Fahrstuhl zu seinem Auto gebracht haben.“ Auch Fernseher wurden früher oft mitgenommen. Zur Zeit wird gerne die Minibar geplündert und der Inhalt ohne Bezahlung eingesteckt. Einmal konnte man im Hotel Schillerpark einen Gast auf frischer Tat ertappen. „Ich hörte Flaschen im Koffer des Kunden klappern und bat ihn, den Koffer zu öffnen“, so Seibert.

Und im Hotel Almesberger in Aigen im Mühlkreis ist letzte Woche ein Hirschgeweih aus dem Restaurant gestohlen worden. „Und das, obwohl es angeschraubt war“, ist Peter Gruber, Eigentümer des Wellnesshotels, überrascht. Vor allem im Wellnessbereich ist es schwer zu überprüfen, was mit den Handtüchern und Decken tatsächlich passiert.

Mitnehmen heißt stehlen
Dass rechtlich nicht einmal die Seife mit nach Hause genommen werden darf, erklärt Gerold Royda von der Wirtschaftskammer (siehe unten).

Gerold Royda von der Wirtschaftskammer OÖ weiß, dass man es als Hotelier schwer hat, wenn sich der Gast bei der Einrichtung bereichert.Was darf man als Gast aus Hotels mitnehmen?

„Krone“:Was darf man als Gast im Hotel mitnehmen?

Royda: Grundsätzlich werden alle Sachen nur während der Zeit des Aufenthaltes den Kunden zur Verfügung gestellt. Das heißt: Man darf eigentlich gar nichts mitgehen lassen.

„Krone“:Halten sich die Gäste denn daran?

Royda: Nein, überhaupt nicht. Vor allem Handtücher, Bademäntel und Regenschirme werden besonders oft mitgenommen. Hoteliers müssen teilweise 10 bis 15 Prozent mehr Handtücher einplanen, als dann tatsächlich gebraucht werden.

„Krone“:Was kann man als Hotelbesitzer gegen solche Langfinger machen?

Royda: Im Grunde ist man als Hotelier machtlos. Wenn man den Gast nicht direkt beim Diebstahl erwischt, ist es schwer, einen nachzuweisen. Wenn der Gast meint, es hat vorher schon gefehlt beziehungsweise er war es nicht, muss man erst einmal das Gegenteil beweisen können. Den Besucher als Dieb zu beschuldigen, kommt auch nicht gut an.

„Krone“:Wer muss dann den entstandenen Schaden begleichen?

Royda: Auf den Kosten bleibt alleine der Hotelbesitzer sitzen.

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