"Schweigende Mehrheiten können in einer Demokratie auch ein Problem sein", sagte Winckler am Freitag im Austria Center bei der Wiener UNO-City. Die Hörsaalbesetzungen seien mittlerweile auch zu einer politischen Diskussion geworden: "Bringen Sie sich ein, äußern Sie sich, seien Sie keine schweigende Mehrheit", so Winckler, der dafür freundlichen Applaus erntete.
Winckler war am Freitagvormittag in die Einführungs-Vorlesung für die Anfänger des Rechtswissenschaften-Studiums in den zu knapp zwei Drittel gefüllten Saal B des Austria Centers gekommen, um sich "zu versichern, ob es Ihnen auch gut geht" und um "zu versichern, dass wir alles tun, damit Sie weiter studieren können".
Mittlerweile seien aufgrund der Besetzung von Hörsälen an der Uni mehr als 600 Lehrveranstaltungen ins ACV, die Messe Wien und an andere Orte verlegt worden. Allein an Saalmieten zahle die Uni dafür zwischen 20.000 und 25.000 Euro pro Tag.
"Audimax-Plenum nicht das höchste Organ der Republik"
Gleichzeitig zeigte Winckler Verständnis für einen "Kern des Protests, der berechtigt ist". So seien zwischen 2004 und 2008 die Studentenzahlen der Uni stärker gestiegen als die Budgets, trotzdem sei es gelungen, die Betreuungsrelation um ca. acht Prozent zu verbessern. Im Wintersemester 2009 gebe es aber ein Studentenplus von elf bis 13 Prozent, wodurch alle Bemühungen der Uni für eine weitere Verbesserung zunichte gemacht worden seien. Budgetmäßig verzeichne man nämlich nur ein Plus von gerade drei Prozent: "Das ist keine Relation."
Auf der anderen Seite sei der Protest der Audimax-Besetzer aber mittlerweile auch "mit vielen Punkten verbunden, die weit über die Uni hinausreichen" und mit denen sich das Parlament beschäftigen müsse. Die Meinung mancher Besetzer, "dass das Audimax-Plenum das höchste Organ der Republik ist, mag zwar in Fantasien eine gewisse Rolle spielen, hat aber keine Berechtigung".
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.