Di, 23. Oktober 2018

„Guter Hebel“

16.07.2018 14:31

Deutscher Kassenärzte-Chef plant Notaufnahmegebühr

Um Besuche in der Notaufnahme zu reduzieren, hat der Chef der Vereinigung der deutschen Kassenärzte eine wohl für Patienten unbeliebte Lösung parat: Er will eine Gebühr für diesen Service einführen. Ein Großteil der Menschen, die in der Notaufnahme landen, gehöre gar nicht dorthin. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert dagegen, dass die Kassenärzte „von ihrem eigenen Versagen abzulenken versuchen“ würden.

„Wenn sich bestimmte Patienten dem Angebot der niedergelassenen Ärzte dauerhaft entziehen und das System nach Gusto nutzen, wie es ihnen gerade einfällt, muss das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen“, meint Kassenärzte-Chef Andreas Gassen gegenüber „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ zu einer Notaufnahmegebühr. In der Notaufnahme würden schlichtweg zu viele Patienten landen. „Eine finanzielle Steuerung wäre genau der Hebel, der helfen würde. In vielen anderen Ländern Europas ist so etwas längst üblich“, so Gassen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kann dieser Idee nichts abgewinnen. „Mit einem Trommelfeuer versuchen die Kassenärzte, von ihrem eigenen Versagen abzulenken“, so Vorstand Eugen Brysch. Kassenärzte seien immer weniger zu Hausbesuchen bereit, außerdem hätten sie ihre Öffnungszeiten gekürzt. Daher solle die Kässenärztliche Vereinigung doch die geplante Gebühr berappen.

Krankenversicherungen: Kranke Menschen werden mit Zusatzkosten bestraft
Auch bei den gesetzlichen Krankenversicherungen glaubt man, dass hier dem Falschen der Schwarze Peter zugeschoben wird. Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Abenden und an Wochenenden würden fehlen. „Jetzt, wo die kranken Menschen die Kliniken aufsuchen, will der Chef des Kassenärzte sie dafür mit Zusatzkosten bestrafen“, ließ ein Sprecher der Krankenversicherungen wissen.

 krone.at
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