So, 19. August 2018

„Immer mehr sterben“

13.07.2018 20:40

Tödlichster Bombenanschlag in Pakistan seit Jahren

Nach dem schwersten Anschlag in Pakistan seit Jahren sind nach offiziellen Angaben bereits 128 Todesopfer zu beklagen. „Mehr und mehr Menschen in den Kliniken sterben“, sagte Qaim Lashari, der Verwaltungschef der betroffenen Region in der südpakistanischen Provinz Baluchistan, am Freitagabend. 130 Menschen wurden verletzt. Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. 

Das Attentat in der Region Mastung hatte am Freitagnachmittag einer Wahlkampfveranstaltung der Baluchistan Awami Partei gegolten. Auch der Kandidat der Partei für die Parlamentswahlen am 25. Juli sei unter den Todesopfern. Sowohl die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) als auch eine pakistanische radikalislamische Talibangruppe reklamierten den Anschlag für sich.

Sprengstoff in dicht gedrängter Menge gezündet
Medien berichteten, der Attentäter habe acht bis zehn Kilo Sprengstoff in einer dicht gedrängten Menschenmenge gezündet. In Videos und auf Bildern sind viele Tote auf einem blutgetränkten Teppich zu sehen, der offenbar in einem Zelt für Zuhörer ausgelegt worden war. Überlebende rufen nach Krankenwagen, im Hintergrund sind schreiende und weinende Frauen zu hören.

Ähnlich viele Tote gab es zuletzt im Dezember 2014 bei einem Angriff der Taliban auf eine Armeeschule in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar. Damals starben rund 150 Menschen, die meisten Kinder. Danach ging wegen massiver Militäroffensiven gegen einige der Extremistengruppen die Zahl der Anschläge und Opfer im terrorgeschüttelten Staat stark zurück.

Bomben bei weiteren Anschlägen auf Wahlkämpfer
Schon am Morgen waren in der Stadt Bannu im Norden des Landes mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen, als während der Rede des ehemaligen Ministerpräsidenten der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, Akram Durrani, eine Bombe explodierte. Durrani, Kandidat der MMA, einer Allianz islamistischer Parteien, blieb unverletzt. Ein Arzt an der städtischen Klinik berichtete von etwa 30 Verletzten, von denen einige in kritischer Verfassung seien.

Es war bereits der dritte Anschlag auf Wahlkämpfer innerhalb weniger Tage. Erst am Dienstag hatte sich ein Attentäter der pakistanischen Taliban bei einer Veranstaltung in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar in die Luft gesprengt und mindestens 20 Menschen getötet. Am 25. Juli wählen mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente. Vorsorglich hatte die Wahlkommission das Militär gebeten, die Wahlen mit rund 370.000 Sicherheitskräften zu schützen.

 krone.at
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