Di, 11. Dezember 2018

Heiße Debatte

14.07.2018 07:00

Keine Beschränkung für Touristen in der Steiermark

Städte wie Salzburg und Barcelona werden von Touristen überrannt, in Orten wie Dürnstein gibt es mehr Gäste als Bewohner: Wann ist es genug, wann wird der Zugang reguliert? Diese Debatte gewinnt an Fahrt. In der Steiermark sind die Probleme noch nicht so groß, punktuell werden aber die Kapazitätsgrenzen erreicht.

Knapp 4000 Einwohner hat die Wallfahrtsgemeinde Mariazell, verteilt auf einer Fläche so groß wie Wien. Wenn zum Adventmarkt geladen wird, bevölkern bis zu 12.000 Gäste das Zentrum - pro Tag! „Wir haben sehr wohl schon daran gedacht, Eintritt zu verlangen. Aber der logistische Aufwand wäre einfach zu groß, wir müssten die Innenstadt absperren“, erzählt Touristiker Johann Kleinhofer.

Auch in der Basilika ist - im Gegensatz zum Salzburger Dom - Eintrittsgeld kein Thema, auch wenn zur Hochsaison bis zu 35 Wallfahrtsgruppen täglich ankommen und es ab 9 Uhr durchgehend Messen gibt. Kleinhofer: „Ein Wermutstropfen ist, dass unsere Gäste nicht lange bleiben und die Wertschöpfung nicht so groß ist, wie viele denken.“

Wie belastbar ist das „Dach der Steiermark“?
Neben dem obersteirischen Gnadenort sind auch der Grüne See in Tragöß und der Dachstein äußerst beliebte Ausflugsziele. Von Eintrittsgeldern und Drehkreuzen als Lenkungsmaßnahmen hält Planai-Chef Georg Bliem wenig: „Man muss sich schon auch fragen, welche Leistung damit verbunden ist. Geld zu verlangen, um dann nur über den Dorfplatz spazieren zu dürfen, das kann’s nicht sein!“

Um das „Dach der Steiermark“ nicht überzustrapazieren, geht man im Ennstal einen anderen Weg: „Wir machen die Lenkung über die Organisation. So haben wir die Zahl jener, die per Gondel auf den Dachstein dürfen, mit 2500 pro Tag limitiert“, sagt Bliem. Bis zu 4000 Tickets könnten aber verkauft werden.

Der Frühling als Tourismus-Durststrecke
Landesweit liegt die touristische Auslastung aktuell bei 30 Prozent - von „Overtourism“ kann da keine Rede sein: „Bei uns ist jeder Gast willkommen, insbesondere im Frühling könnten wir ruhig noch ein paar mehr Touristen vertragen“, sagt Steiermark-Tourismus-Chef Erich Neuhold.

Warum sich viele Besucher über Parkgebühren am Grünen See aufregen und wie die Situation in Graz ist, lesen Sie in der Samstag-Ausgabe der „Steirerkrone“.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
Jakob Traby
Jakob Traby

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