„Inside Islam“-Autor:

Integrationskurse „richtig und absolut sinnvoll“

Österreich
13.07.2018 06:07

Er hat in den 1990er-Jahren längere Zeit in Syrien gelebt, moderiert die ARD-„Tageschau“ sowie das „Nachtmagazin“. Bekannt wurde er durch seine TV-Show „Marhaba - Ankommen in Deutschland“, in der er auf Arabisch deutsche Werte vermittelte. Mit seinem fließenden Arabisch übersetzte er Freitagsgebete aus deutschen Moscheen für seinen Bestseller „Inside Islam“. Constantin Schreiber, 39, gebürtiger Deutscher, war am Donnerstag Gast in einer Werteklasse des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Wien-Landstraße - und zeigte sich dabei begeistert von unseren Pflicht-Integrationskursen.

Kurz nach 11 Uhr vormittags: Constantin Schreiber trifft im Haus des ÖIF ein. Direkt auf der Landstraßer Hauptstraße in Wien bietet der ÖIF neben den Pflicht-Integrationskursen und freiwilliger Weiterbildung auch Beratung an - eine wichtige Anlaufstelle für viele Flüchtlinge. Im Zimmer sitzen Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, sie kommen aus Afghanistan, Syrien oder dem Sudan.

Mitten in einer Gruppenübung über Gesundheit überrascht der jung aussehende 39-jährige Moderator die Klasse. „Gerade haben wir besprochen, dass man bei 38 Grad Fieber nicht die Rettung rufen muss“, so die Lehrerin. Schreibers erste Frage an die Runde: „Wolltet ihr wirklich alle nach Österreich oder nach Deutschland?“ Manche schmunzeln, ein Mann meint: „Nach Österreich!“

Es beginnt ein Austausch, die Flüchtlinge sind von Schreibers Arabischkenntnissen komplett überwältigt. Die Lehrerin fragt, ob Schreiber für die Klasse ein paar Tipps hat. „Als ich in Syrien lebte, habe ich bemerkt, wie einfach man eine Sprache lernt, wenn man wirklich muss“, sagt er. Und fügt hinzu: „Arabisch sprechende Menschen haben einen klaren Vorteil beim Deutschlernen, weil es die gleichen Laute gibt.“

„Die Sprache ist der Schlüssel“
krone.at fragt den Journalisten, was er von den verpflichtenden Integrationskursen in Österreich, die es in Deutschland nicht gibt, hält. „Die Sprache ist der Schlüssel. Wie soll man in einem Land ankommen, wie soll man am Leben teilnehmen, wenn man die Menschen nicht versteht und die öffentliche Diskussion gar nicht nachvollziehen kann?“ Und weiter: „Frauenrechte, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit ist bei manchen, die hier ankommen, nicht selbstverständlich oder akzeptiert. Darum halte ich Integrationskurse für richtig und absolut sinnvoll. Auch, dass man sie verpflichtend anbietet.“

Die Kursteilnehmer freuten sich über Schreibers Besuch. So auch Fatan Al Galb. Die 20-Jährige ist vor zehn Monaten von Syrien nach Österreich gekommen. Sie gibt uns ein Interview - scheu, aber selbstbewusst. Schritt für Schritt lernt sie Deutsch - „durch YouTube, Leute und Sprachkurse“.

Auch Jomalkhan Kamali (16) aus Afghanistan ist mehr als fleißig. „Heute war er der Erste hier, also überpünktlich“, meint die Lehrerin. Jomalkhan ist schon zweieinhalb Jahre in Österreich. Er hat A1-, A2- und B1-Deutschkurse bestanden. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Er ging in Berufung und versucht bis zum nächsten Bescheid, das Beste aus seiner Zeit zu machen: „Wenn ich jetzt in Österreich bin, muss ich auch Deutsch sprechen können. Das ist sehr wichtig für mich.“

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