Di, 11. Dezember 2018

Sparkurs in SALK:

12.07.2018 06:00

Therapie für Frühchen gestrichen

„Bitte spart nicht bei den Kleinsten der Kleinen!“, richtet sich der besorgte Appell betroffener Eltern an die Leitung der Landeskliniken. Auf der Neonatologie wurde mit Ende Juni die „Craniosacral“-Therapie für Frühchen eingestellt. Dabei berichten Eltern von tollen Erfolgen bei der sanften Therapieform gegen Blockaden.

„Bitte nicht bei den ,Kleinsten der Kleinen’ mit dem Sparen anfangen, sondern vielleicht bei den ,großen Gehältern der Großen’“, kritisiert eine betroffene junge Mutter die Entscheidung.

Auch ihre zwei zu früh geborenen Kinder haben von der Therapie sehr profitiert. „Der Kleine war extrem verspannt, wollte immer nur auf einer Seite schlafen und hat viel geweint.“ Nach der Therapie war alles gut und auch weitere Behandlungen nicht mehr notwendig.  Die Mutter ist irritiert: „Es geht ja nicht um ein teures Gerät, sondern um eine Therapeutin und ein Bett.“

Die positive Wirkung ist belegt: Die motorische und sensorische Entwicklung kann durch Craniosacral-Therapie unterstützt werden.   Vor allem auch Frühchen mit Trink- und Saugproblemen machen so oft   einen Schub in der Entwicklung. Bis zu 500 nur ein paar Wochen alte Patienten und ihre Eltern sollen insgesamt pro Jahr profitiert haben.

Warum der Sparstift genau hier angesetzt wurde, haben die Eltern nicht im Detail erfahren. Auf mehrmalige Nachfrage hieß es, dass diese Behandlung auch privat angeboten werde. „Da sind wir wieder bei der Zweiklassen-Medizin“, versteht eine Mutter die Welt nicht mehr. „Leider wird im Spital vieles kaputt gespart.“

Aus der Klinikleitung war am Mittwoch keine Reaktion auf die Kürzung in der Therapie zu erfahren.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
 krone.at
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