Mo, 22. Oktober 2018

Forschung im Zillertal

09.07.2018 06:59

Ausgewilderte Steinböcke blieben ihrem Tal treu

Vom Zoo ins Hochgebirge: Insgesamt 17 Steinböcke wurden in den vergangenen drei Jahren im hintersten Zillertal ausgewildert, die Population beträgt nun 90 bis 100 Tiere. Die Bestückung mit Sendern macht spannende Erkenntnisse möglich - etwa dass die Tiere „ihrem“ Ursprungstal treu blieben.

„Die Auswilderungen leisten einen Beitrag zur Auffrischung der genetischen Vielfalt. Erfreulich ist, dass sich die 17 Zoo-Tiere rasch an die vorhandene Population angeschlossen haben“, so Willi Seifert, Geschäftsführung des Hochgebirgs-Naturparks Zillertaler Alpen. Die letzte Auswilderung fand erst kürzlich, am 26. Juni, nahe der Berliner Hütte statt. 50 Schüler und Lehrer der Neuen Mittelschule Hippach erlebten hautnah, wie die Tiere von den Transportboxen hinaus die Freiheit sprangen.

Erneut wurden zwei Exemplare - „Ruap“ und „Rosi“ - mit Halsbandsendern bestückt, die alle drei Stunden GPS-Daten und Forschern damit den genauen Aufenthaltsort übermitteln. Wichtige Erkenntnisse bisheriger Auswilderungen:

  • Generell zeigte sich die typische Eigenschaft, dass sich die Tiere weitestgehend oberhalb von 2500 Meter aufgehalten haben.
  • Bevorzugt werden die Bereiche auf den jeweiligen Südseiten der Täler.
  • Es konnten Täler-übergreifende Wanderungen festgestellt werden, wobei die Tiere nach diversen Ausflügen wieder in das Tal ihrer Auswilderung zurückgekehrt sind. Die Steinböcke blieben ihrer engeren Heimat also treu!
  • Die Tiere legten an manchen Tagen knapp 10 Kilometer zurück - und das an steilen Flanken und Graten.

Ein Problem: Nicht selten verlieren Tiere im extremen Lebensraum die Sender, die Kälte setzt zudem den Batterien zu. Nach drei Jahren ist aber ohnehin das Abfallen der Halsbänder vorgesehen, denn dann hat sich ein integrierter Baumwollstreifen zersetzt.

Andreas Moser
Andreas Moser

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