Café-Mord an Cops

US-Polizei erschießt "Bullenhasser" in Seattle

Ausland
01.12.2009 13:47
Ein vierfacher Polizistenmörder ist im US-Bundesstaat Washington nach zweitägiger Flucht von Fahndern erschossen worden. "Wir haben den Verdächtigen. Er läuft nicht länger da draußen herum", sagte Polizeisprecher Ed Troyer. Maurice Clemmons war kürzlich wegen eines Angriffs auf einen Polizeibeamten und der Vergewaltigung eines Kindes angeklagt und dann gegen Kaution freigelassen worden. Im Anschluss feuerte Clemmons gezielt auf vier Cops in einem Café.

Ein Streifenpolizist in Seattle erkannte den Verdächtigen unweit eines gestohlenen Autos, teilte die Polizei mit. Der mehrfach vorbestrafte Gewaltverbrecher habe nicht anhalten wollen, daraufhin habe der Polizist das Feuer eröffnet und Clemmons tödlich getroffen. Clemmons war offensichtlich bereits zuvor durch eine Polizeikugel während seiner Attacke auf die vier Beamten verletzt worden.

Die Exekutive war dem 37-Jährigen seit Montag auf der Spur. Vier Menschen wurden unter dem Verdacht festgenommen, Clemmons Fluchthilfe geleistet zu haben. Die Polizei rechnet mit weiteren Festnahmen. Bereits am Montagabend hatten die Fahnder mehrere Häuser von Clemmons Verwandten umstellt, um zu verhindern, dass der Flüchtige dort Unterschlupf findet. Die Familie des mehrfach vorbestraften hatte versucht, die Polizei durch falsche Hinweise in die Irre zu führen.

Tat schockierte die USA
Der Tod der attackierten Polizisten schockiert ganz Amerika. Die vier Beamten in Uniform - drei Männer und eine Frau - saßen vor Schichtbeginn Sonntag früh bei einer Tasse Kaffee beisammen. Ein Polizeisprecher sprach von einer "regelrechten Hinrichtung". Der Täter zückte nach Aussage eines Café-Angestellten ohne jede Vorwarnung seine Waffe und schoss. Offenbar konnte einer der Polizisten das Feuer erwidern. Zeitweise war sogar von zwei Tätern die Rede gewesen.

Verdächtiger "hat Bullen gehasst"
Was den Mann zu seiner Tat bewegte, lag zunächst im Dunkeln. Es heißt, er habe am Vortag gedroht, gewaltsam gegen Polizisten vorzugehen. Er habe "einfach Bullen gehasst", sagte Ed Tayer, der Sprecher des zuständigen Sheriffs. "Die Opfer waren einfach zur falschen Zeit am falschen Ort."

Der Verdächtige hatte in seiner kriminellen Karriere bereits mehrfach hinter Gitter gesessen. Unter anderem war er wegen Raubs zu 95 Jahren Gefängnis verurteilt worden, wurde später aber begnadigt. Auch eine Klage wegen Kindervergewaltigung liege vor.

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