Wertvoller Nachlass:

Kunstwerke aus „Sammlung Rombold“ an Landesgalerie

Oberösterreich
30.06.2018 16:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Dezember des Vorjahres verstarb Günter Rombold. Der Theologe galt als Brückenbauer zwischen bildender Kunst und Kirche. In seinem Testament verfügte er darüber, dass ein Teil seiner Kunstsammlung an die Landesgalerie Linz geht: An die 200 Grafiken, 16 Mappenwerke und mehrere Ölbilder werden nun gesichtet.

Günter Rombold (1925 - 2017) galt als Vollblut-Theologe und Experte für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Er gründete an der Katholischen Privatuniversität das Institut für „Kunst und Kirchenbau“ und nahm Berührungsängste, weil er sagte: „Kunst ist die Sprache der Religion. Auf sie zu verzichten, hieße sprachlos zu werden.“

Expressionismus und Neue Wilde
 Der gebürtige Stuttgarter übergab schon im Jahr 2002 einen Teil seiner bedeutenden Kunstsammlung dem Land Oberösterreich. Sie umfasst Werke der Moderne mit den Schwerpunkten Expressionismus, Alfred Kubin sowie Zeitgenössisches, u.a. war er mit „Neuen Wilden“ wie Siegfried Anzinger und Gunter Damisch befreundet. Auch Werke des bedeutenden „Übermalers“ Arnulf Rainer lagen ihm am Herzen.

Ausstellung in Vorbereitung
 Im Testament, das er nach seinem Ableben in Linz im Dezember des Vorjahres hinterließ, verfügte Rombold, dass der noch bei ihm verbliebene Teil seiner Sammlung an die Landesgalerie geht. Landeshauptmann Thomas Stelzer, Gabriele Spindler - sie ist Leiterin der Landesgalerie - sowie Bernhard Prokisch, derzeit Landesmuseums-Chef, sichteten jetzt die Werke: „Ein wertvolles Erbe“, sagt Stelzer. „Wir werden es im Sinne des Stifters entsprechend verwahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Gabriele Spindler dazu: „Wir waren über die Anzahl der Exponate, die wir jetzt noch bekamen, überrascht. Momentan werden die Neuzugänge inventarisiert.“ Eine umfangreiche Ausstellung - voraussichtlich am Ende des nächsten Jahres - ist bereits in Vorbereitung.

Internationale Bedeutung
 Der Nachlass zählt mehr als 200 Grafiken, 16 Mappenwerke, mehrere Ölbilder und Skulpturen. Da Rombold diese Werke bis zu seinem Tod ganz in seiner Nähe aufbewahrte, ist davon auszugehen, dass sie ihm viel bedeutet haben. Darunter ist auch das Blatt „Der Wächter“ von Alfred Kubin, das 1932 direkt vom Künstler an die Familie Rombold übergeben worden war. Besonders interessant: Holzschnitte von Max Beckmann, Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner in 1a-Qualität. Gesamteindruck: Mit diesem Nachlass erhält die Grafische Sammlung der Landesgalerie viele international bedeutende Werke.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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