Mo, 16. Juli 2018

Redakteur live dabei

29.06.2018 05:50

So geht es einem „Ironman“

Was erleben die Athleten am Sonntag beim Ironman?  Christian Rosenzopf über sein Leiden beim ersten Mal und die Wiederholungssucht.

„Eine Schnapsidee. Nie wieder tue ich mir sowas an“ - Immer wieder schießen mir diese Gedanken durch den Kopf, als ich mich am 2. Juli 2017 die letzten Kilometer in das Zielgelände quälen muss.„Jawohl, immer den schönen Frauen nach!“, scherzt ein Freund, als mich zwei durchtrainierte Athletinnen auf der Laufstrecke überholen. Das Lachen ist mir längst vergangen.

Dabei hatte der Tag hoffnungsvoll begonnen: Voller Adrenalin geht es an die 3,8 Kilometer Schwimmen - vor denen ich am meisten Respekt habe. Es klappt besser als erwartet: Kein Krampf. Kein „Drängeln“ im Wasser. Glück gehabt. Vor allem die letzten 800 Meter inmitten der Fans im Lendkanal sind ein Erlebnis!

Die Radstrecke
Dann ab aufs Rad. Die Stimmung hält an: Bei den Anstiegen zum Rupertiberg und Faaker See machen die Fans einen „Spalier“ - wie bei der Tour de France. Bis jetzt ist alles halb so wild. Auf der zweiten Runde wird die Fahrt auf den Rupertiberg jedoch zur Peinigung: Einige Fans sind schon weitergezogen und die Oberschenkel brennen. Da ist die erste WC-Pause willkommen…

Der Marathon
Nach 180 Kilometern ist die Wechselzone erreicht. Puh, jetzt einen Marathon? Große Zweifel. Egal. Angespornt von der Stimmung im Europapark laufen wir los. Zu schnell. Nach 15 Kilometern der Einbruch…

Jetzt folgt ein Kampf von Labestation zu Labestation. Alles tut weh. Das Umfeld nehme ich kaum noch wahr. Mich interessieren nur Getränke und Schwämme. Wie lange noch? Ständig muss ich auf die Uhr schauen.

„Bravo, du bist ein Ironman!“
Nach harten elfeinhalb Stunden ist Land in Sicht: Ich höre die Durchsagen aus dem Ziel. Jetzt weiß ich: Es ist nicht mehr weit! Ich erhöhe das Tempo und mache mich bereit zum Zieleinlauf. Der Rest ist einfach Freude pur! Freunde und Wegbegleiter fallen mir in die Arme. „Bravo, du bist ein Ironman!“ Nur ich selbst kann es noch nicht glauben…

Und der Schmerz? Längst vergessen. Diesen Sonntag bin ich wieder am Start.

Christian Rosenzopf
Christian Rosenzopf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zagreb-Ausnahmezustand
Rechtsrocker feiert mit Kroaten-Stars im Team-Bus!
Fußball International
„Bin oft heiser“
Doskozil muss an Stimmbändern operiert werden
Österreich
„Einmal in 100 Jahren“
Wolgograd-Erdrutsch! Schwere Schäden am Stadion
Fußball International
Mit Benzin übergossen
Obersteirer wollte Ex-Freundin anzünden
Steiermark
Weltmeister-Land ruft
Transfer-Hammer! Wechselt Caleta-Car zu Marseille?
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.