Ein Holländer musste sich am Dienstag vor dem Innsbrucker Landesgericht für „recht massive Verbrechen“ verantworten, wie es der Staatsanwalt ausdrückte. Insgesamt 24 Kilogramm Cannabis in bester Qualität hat er in seiner Wohnung in Tirol gezüchtet - mindestens 15 davon in Umlauf gebracht. Der Mann war geständig.
Seine Absicht machte der 43-Jährige am Dienstag schon bei den Angaben zu seiner Person deutlich - und sorgte damit für Schmunzeln im Gerichtssaal. Denn auf die Frage der Richterin, warum er einen Kredit aufgenommen hatte, antwortete er wahrheitsgemäß: „Um das Zimmer für die Pflanzen fit zu machen.“
„Exorbitant gute Qualität“
Das ist dem Mann, der eigentlich ein abgeschlossenes Kunststudium hat, auch gelungen. Sein Cannabis sei laut Staatsanwalt zum Teil in „exorbitant guter Qualität“ gewesen. Das wiederum sei relevant für die Strafbemessung. Bei den mindestens 15 Kilogramm, von denen die Staatsanwaltschaft ausging, und dem hohen THC-Gehalt des Cannabis sei man da schon „sehr tief im Strafrahmen drinnen“ - 15 Jahre Haft drohten dem Mann.
Milderungsgründe
Die Verteidigerin betonte hingegen die Milderungsgründe: Unbescholtenheit, Geständnis und die eigene Sucht. „Ich bin nach Österreich gezogen, um vom Rauchen wegzukommen“, so der Holländer. Sechs Jahre lang hätte das auch geklappt. Dann ein Wendepunkt und die ersten Schritte zurück: „Weil hier die Qualität so schlecht ist, habe ich angefangen selbst zu züchten.“
Zeit für neue Geschäfte
Als die Richterin fragte, wie er sich seine Zukunft vorstelle, sorgte der Mann für einen zweiten Lacher: „Ich will meine Geschäfte wieder aufnehmen.“ Gemeint war damit allerdings sein Schallplatten-Handel. Am Ende gab es 4,5 Jahre Haft für den Mann. 80.000 Euro Einnahmen durch den Cannabis-Handel wurden für verfallen erklärt - übrig ist davon allerdings nicht mehr viel. Der Angeklagte nahm das Urteil an.
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