Mi, 17. Oktober 2018

Ausnahmen in Wien

25.06.2018 16:40

Deutschklassen: Jetzt doch ein Kompromiss

Experten laufen Sturm, Direktoren haben mit Boykott gedroht und Wien, wo besonders viele Kinder nicht Deutsch können, legte sich gegen die geplanten Sprachklassen quer. Nun ist der Streit doch noch einem Kompromiss gewichen. Wien verzichtet auf Nachverhandlungen und erhält im Gegenzug Ausnahmeregelungen. Generell wird es deutlich weniger Deutschklassen geben als ursprünglich prognostiziert.

Wien etwa meldete 600 eigene Klassen für neu zugezogene Kinder, die nicht Deutsch können, an. Nun dürften es allerdings nur rund 300 werden. Ähnliches gilt für die anderen Bundesländer. Salzburg ging von 93 Klassen aus, geblieben sind 27. In der Steiermark sind aus 90 Klassen 81 geworden und im Burgenland aus sechs nur noch drei.

Wien leistete bisher größten Widerstand
Der größte Widerstand gegen die Regierungspläne kam aus Wien, wo die Sprachprobleme am größten sind. Einige Schulen hatten bereits gedroht, die Vorgabe von Türkis-Blau ignorieren zu wollen. Doch kurz vor Schulschluss konnte der Streit nun doch noch beigelegt werden. Wien verzichtet auf weitere Verhandlungen, die die Bundeshauptstadt bisher gefordert hatte - und erhält dafür Ausnahmegenehmigungen. So können Schulen mit Raumproblemen die Deutschförderung zeitlich begrenzt nun auch im normalen Regelunterricht umsetzen. Derzeit gibt es in Wien laut Unterrichtsministerium nur noch 19 Schulen, in denen gröbere Probleme bestehen. Diese werden in den kommenden Tagen unter die Lupe genommen.

„Es ist gut, dass wir uns geeinigt haben“, betont Wiens Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer. Die Kritik aus dem Rathaus verstummt jedoch nicht: Es brauche mehr Deutschförderung, und durch den Wegfall des Integrationspakets seien deutlich weniger Mittel für die Sprachförderung vorhanden, so Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ).

Video: ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer über die Bedeutung der Deutschklassen für die Integration

Ab kommendem Herbst müssen alle Kinder, die neu im Schulsystem sind und dem Unterricht nicht folgen können, für maximal vier Semester in eigene Klassen. Nach jedem Semester wird dann überprüft, ob die Kinder dem Regelunterricht mittlerweile ausreichend folgen und in die Regelklassen wechseln können.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung/krone.at

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