21.04.2004 18:18 |

Millionen-$-Projekt

Raumsonde auf den Spuren Einsteins

Zwei bizarre Aspekte von Einsteins Relativitätstheorie werden nun erstmals per Satellit überprüft. Nach mehreren Anläufen brachte eine Trägerrakete den Satelliten Gravity Probe B am Dienstag vom kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg aus in die Umlaufbahn, wie die US- Weltraumbehörde NASA berichtete. Die bereits 1959 vorgeschlagene Mission war wegen der komplizierten Technik erst jetzt möglich geworden.
Getestet werden soll, wie sehr die Erde durchihre Masse und Rotation den Raum verzerrt. Nach Einsteins Vorhersagendellt eine große Masse den Raum um sich herum ein, so dasssich andere Objekte auf die Masse zubewegen. Die NASA vergleichtden Raum mit einem an vier Ecken befestigten Bettlaken, in dessenMitte ein Basketball liegt. Außerdem soll eine rotierendeMasse den Raum mit sich ziehen wie ein sich drehender Löffelden Sirup in einem Glas. Beide Effekte sind für die Erdegesehen zwar sehr schwach, haben aber weit reichende Bedeutungfür das Verständnis der Struktur des Universums.
 
Mission dauert 18 Monate
Während der 18 Monate langen Mission soll GravityProbe B die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in 640 KilometerEntfernung umkreisen und jede kleinste Veränderung der Erdanziehungskraftmessen. Der Satellit ist mit vier kleinen Hochpräzisionskreiselnausgestattet, die mit einer Genauigkeit von 40 Atomlagen zu perfektenKugeln gefräst wurden. Sie sind tiefgekühlt auf minus271 Grad Celsius und in einem Vakuum versiegelt, das noch zehnMal besser ist als das Vakuum des Weltalls.
 
Einsteins Theorie zufolge sollen die Achsen dermit 10.000 Umdrehungen pro Minute rotierenden Quarzkreisel durchSchwerkraft und Rotation der Erde ganz leicht kippen, wie dasFachjournal "Nature" auf seiner Internetseite berichtet. Die Präzisionsinstrumentehat die NASA zusammen mit der Stanford University in Kalifornienentwickelt.
 
Die Sonde ist nicht der erste Satellitentest vonEinsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Bereits 1976 hattebeispielsweise Gravity Probe A bestätigt, dass die Zeit unterdem Einfluss der Schwerkraft langsamer vergeht. Dazu hatte dieSonde eine Atomuhr in rund 10.000 Kilometer Entfernung von eineridentischen Atomuhr auf der Erde gebracht.
Sonntag, 20. Juni 2021
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