Villach

Sechs Jahre Haft für Gotteskrieger

Kärnten
04.06.2018 16:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Afghane verbreitete von Villach aus via Facebook und Whatsapp Terrorbotschaft: „Die Feder ist spitzer als das Schwert“, sagt der Staatsanwalt zu dem Terror-Angeklagten. „Sie sind also gefährlicher als viele andere.“ Der Flüchtling aus Afghanistan (22) hatte jahrelang im Internet Taliban-Videos verbreitet und mehr als 8000 Anhänger zum Dschihad gegen Ungläubige aufgerufen.

Der kleine Afghane ist nach eigenen Angaben erst 22 Jahre alt. Sein Bart lasse ihn älter wirken, gibt er zu. Der Versuch, eventuell noch ins Jugendstrafrecht zu fallen, geht aber sowieso ins Leere - der Staatsanwalt hat vorsorglich nur die jüngsten Terror-Botschaften angeklagt: Auf Taliban-Videos rufen Gotteskrieger zum Heiligen Krieg, dem Dschihad, auf. „Ungläubige“ sollen abgeschlachtet werden. Weltweit.

„Ich habe das alles nur online gestellt, um zu zeigen, was in meinem Land passiert“, meint der Angeklagte. „Ich mag die Taliban ja gar nicht.“ Vielmehr habe er selbst vor ihnen flüchten müssen, weil er Sex mit der Frau eines Anführers gehabt hätte. Das glauben Verfassungsschutzexperten nicht.

„Taliban-Terrorist im mittleren Management“ 

Sie stufen den Asylanten - er lebt seit fünf Jahren in Villach und hat auch Deutsch gelernt - als gut vernetzten Taliban „im mittleren Management“ ein. Dass man den kleinen Mann, der so harmlos und treuherzig wirken möchte, fürchtet, zeigen auch die massiven Sicherheitsvorkehrungen am Klagenfurter Landesgericht: Ausweispflicht, Handyverbot, keine Namensnennung.

Die einzige Überraschung gibt es dann beim Urteil: Sechs Jahre Haft - und der Afghane nimmt an. „Ich akzeptiere dieses Gericht und die Strafe“, erklärt er.

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