Nach Großdemo

Jugendkrawalle erschüttern erneut Athen

Ausland
18.11.2009 07:27
Nach einer Großdemonstration in Athen zum Gedenken an die blutige Niederschlagung des Studentenaufstands vom 17. November 1973 durch das damalige Militärregime ist es in der Nacht auf Mittwoch zu schweren Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Hunderte Jugendliche griffen die Beamten im Zentrum der griechischen Hauptstadt mit Steinen und Brandbomben an, zerstörten Autos und setzten Mülltonnen in Brand.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Jugendlichen auseinanderzutreiben. Mehr als 200 Menschen wurden festgenommen, 13 Polizisten wurden verletzt.

Demonstration im Gedenken an Aufstand
Zuvor waren mehr als 12.000 Menschen vor die Botschaft der USA gezogen, die seinerzeit das Obristenregime (1967-74) unterstützt hatten. Bei der Niederschlagung des Aufstands in der Polytechnischen Hochschule waren mindestens 44 Menschen getötet worden. Die November-Unruhen hatten zunächst die Entmachtung von Oberst Georgios Papadopoulos, dem Anführer des April-Putsches von 1967, zur Folge. General Phaidon Gizikis wurde neuer Staatschef, eigentlicher starker Mann war der Chef der Militärpolizei, General Dimitrios Ioannides. 

Dieser inszenierte mit Billigung des US-Geheimdienstes CIA den Putsch gegen den zypriotischen Präsidenten Erzbischof Makarios im Juli 1974 und provozierte damit die türkische Zypern-Invasion. Nachdem sie noch eine chaotische Generalmobilmachung angeordnet hatte, überlebte die Diktatur das von ihr heraufbeschworene Debakel nicht. Der aus dem Exil zurückgeholte konservative Ex-Premier Konstantinos Karamanlis stellte die Demokratie wieder her.

Zusammenstöße auch in Thessaloniki
An einer Gedenkdemonstration in der zweitgrößten griechischen Stadt Thessaloniki nahmen am Dienstagabend mehr als 5.000 Menschen teil. Auch dort kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

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