Di, 18. Dezember 2018

Traumhaft vielfältig

08.06.2018 08:00

Korsika: Die „Insel der Schönheit“ verzaubert!

Vom Badestrand auf schneebedeckte Berge sehen - auf Korsika auch im Sommer möglich. Die Mittelmeerinsel ist definitiv ein heißer Urlaubstipp! Egal, ob Sie sportlich, kulturell oder kulinarisch eintauchen wollen, Sie werden schnell auf den Geschmack kommen. Weißer Sandstrand, türkisblaues Meer. Und ein kleines Fischerboot treibt vor sich hin. Willkommen in der Karibik, pardon: auf Korsika.

Nicht umsonst „Insel der Schönheit“ genannt, werden Touristen bereits bei der Ankunft in Calvi verzaubert. Dort, im Nordwesten des französischen „Eilandes“, wo sich Promis wie Model Laetitia Casta im Sommer ein Stelldichein geben, ist das Panorama eine Augenweide. Egal, ob beim Blick auf die Zitadelle, im Mittelalter zum Schutz auf einem wuchtigen Felsen erbaut, oder von der Festung herab auf den Jachthafen. Die Straßen sind belebt, Restaurants locken etwa mit Wildschwein-Spezialitäten, und in Bars laufen Konzerte oder DJ-Musik. Der Gedanke, woran einen Calvi noch erinnert, lässt nicht los. „Klar: an St. Tropez!“, wirft Reiseführer Wolfgang ein.

Der Niederösterreicher hat sich in die Insel verliebt. Und hier seine (Berufs-) Heimat gefunden. Denn Wolfgang ist Geschäftsführer im „Störrischen Esel“. Das Feriendorf direkt neben Calvi wirkt genau wie das Gegenteil von Hotelburgen, die auf Korsika dank der strengen Baubestimmungen zur Bewahrung des Inselcharmes sowieso kaum vorkommen: Es ist ein sieben Hektar großes Resort voller Bungalows und Wohnzelte - von den Vorarlbergern Kurt und Grete Müller in den 1960ern mit Bergführer-Flair gegründet. „Die Idee entstand beim Alpenverein in Dornbirn“, erinnert sich Kurt, „wir wollten den Leuten ermöglichen, diese schöne Insel sehen zu können.“ Und zwar auf simple, aber charmante Art. Wolfgang weiß: „Bei uns genießen die Gäste, darunter viele Familien, die Einfachheit und das hervorragende Essen.“ Tatsächlich zaubert Haubenkoch Reinhold Thalhammer Muscheln oder Steaks auf den Teller, ist die Pâtisserie fast noch das Sahnehäubchen darauf.

Aber „der Esel“, den fast nur Österreicher, Deutsche und Schweizer frequentieren, bietet auch Unterhaltung oder Musik. In der Spelunke sitzt eine steirische Runde - und schwärmt: „Wir kommen öfters her, mögen die Unkompliziertheit und dass man hier gut aufgehoben ist.“ Vom „Esel“, in einem Naturpark und nur 300 Meter neben dem Strand gelegen, lassen sich unkompliziert Ausflüge unternehmen.

L’Île-Rousse
Mit der urigen Schmalspurbahn führt eine halbstündige Fahrt entlang der malerischen Küste nach L’Île-Rousse. Das Hafenstädtchen versprüht südländisches Ambiente - auch auf dem Wochenmarkt. Wochen? „Der hat täglich offen, und zwar ab sechs Uhr früh“, zwinkert Wolfgang. "Da gibt’s von Gemüse über Fleisch bis zu Käse immer alles frisch.„ Hinter ihm macht Verkäuferin Mathilde große Augen, denn die Touristenrunde rückt näher. “Das ist würziger Ziegenkäse„, reicht sie kleine Kostproben, “er wurde mit Frankreichs Gütesiegel 2018 prämiert.„ Wenig später steckt schon ein 300-Gramm-Stück für 13 Euro im Rucksack.

Bastia
Immer der Nase nach geht’s in die Fabrik Canistrelli, in der die typisch korsischen Mürbteigkekse händisch hergestellt werden. Der Chef bittet in den Backraum, wo sich seine Plätzchen haufenweise türmen. Bitter für jene, die von Süßem nicht genug bekommen können. Obwohl: “Wir garnieren sie teilweise auch herzhaft, etwa mit Speck. „estärkt geht’s mit dem Zug zurück nach Calvi. Und von dort mit dem Mietauto gleich weiter nach Bastia. Jene Stadt, in der das korsische Kult-Bier Pietra gebraut wird. Genauer gesagt, im Vorort Furiani. Am Firmengelände direkt neben dem Stadion des Fußballvereins SC Bastia - der vor der letzten Saison wegen Fanausschreitungen von der ersten in die fünfte Liga versetzt wurde - warten bereits die Empfangsdamen.

Unser Bier ist vor allem deshalb bekannt“, schildern sie bei der Führung durch die Produktions- und Abfüllhalle, „weil es teils mit Kastanienmalz hergestellt wird.“ Das merkt man hauptsächlich beim Ambrée, dem Klassiker unter all den Sorten. Das leicht braune Bier, bereits mehrmals ausgezeichnet, mundet bei der Verkostung am besten. Gut, dass durch das Essen im nahen Küchenatelier Gourmand, wo jeder Gast unter Profi-Anleitung selber kochen kann, der kleine Umtrunk nicht gleich „anschlägt“. Und man ruhigen Gewissens wieder in das Auto steigen kann.

Désert des Agriates
Die Reise führt weiter durch die imposante Wüstenlandschaft Deserts des Agriates. Anders, als der Name vermuten lässt, grünt und blüht die buschähnliche Macchie an der Felsküste. Und man sollte sich nicht unbedingt den Rallye-Stars anschließen, die jährlich auf Korsika im Rahmen der WM umherrasen, um sicher im Küstenstädtchen Saint Florent anzukommen. Dort genießen Einheimische wie Touristen ihren Kaffee am kleinen Hafen, hinter dem sich die Berge erstrecken. Der Monte Cinto ist mit 2706 Metern der höchste, quasi der König aller Gipfel. „Wir haben hier viele 2000er, über 50“, weiß Reiseführer Wolfgang als staatlich geprüfter Bergführer, „die sind im Sommer zum Wandern ebenso beliebt wie im Winter für Skitouren.“ Die „Insel der Schönheit“ ist auch eine der Vielfalt.

Wieder zurück in Calvi „besteigt“ die Runde ein E-Bike, geht’s auf einer Schnuppertour in das Weingut Clos Columbu. Der Name verrät, was viele Einheimische glauben, aber auch anderswo für sich in Anspruch genommen wird: dass Christoph Kolumbus hier geboren wurde. Einer, der nachweislich von Korsika stammte, und zwar aus der Hauptstadt Ajaccio, war Napoleon Bonaparte. Just er, der im 18. Jahrhundert als angehender französischer Kaiser seine eigenen Landsleute „bekämpfte“, ehe die Insel endgültig zu Frankreich gehörte.

Clos Columbu
In besagtem Clos Columbu wird neben Weiß-, Rosé- und Rotweinen, die bis nach Japan und Australien in den Export gehen, ein vorzüglicher Myrtewein produziert. Und ein Wechselpass mit der Kunst gespielt, sind im Foyer doch Objekte aus Metal und Glas zu sehen. „Unser Haus setzt auf die Verbindung beider Elemente“, heißt es, „wir haben immer wieder Ausstellungen.“ Gesagt, geschaut, und dann geht’s zurück.

Revellata
Im Wanderschritt, nach einer kurzen Busanreise, erkunden wir die Landschaft der Halbinsel Revellata. Der Duft von Rosmarin oder Wildpistazie dringt in die Nase. Einige Gewächse auf dem meist roten Granitstein, in der Abenddämmerung übrigens ein wahres Farbenspiel, dienen sogar zur Parfümherstellung. Sie sind ständiger Begleiter auf dem Weg zur Bucht von Portu Vecchiu, die mit glasklarem Wasser verzückt und auch an die malerische Küste bei Bonifacio im Süden der Insel erinnert. Am Ende der Wanderroute, für Alt und Jung gleichermaßen leicht zu schaffen, erwartet einen der imposante Leuchtturm. Von dort ist der Ausblick auf die Rückseite der Zitadelle genial, startet weiter unten neben einer Meeresforschungsstation auch die Bootsfahrt zurück nach Calvi.  

Und die ist krönender Abschluss. Das türkisblaue Meer, die Sand- bzw. Felsstrände, das Essen und die Leute - Korsika ist traumhaft vielfältig

Christian Mayerhofer, Kronen Zeitung

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