Wasserbad für Batterie

Schwieriger Löscheinsatz bei Brand von Elektroauto

Elektro-Autos sind als umweltschonende Alternative zu den Spritfressern voll im Trend, doch die strombetriebenen „Boliden“ haben auch Schattenseiten. Das zeigte sich nun bei einem spektatkulären Einsatz der Feuerwehr, als in Traun ein Elektro-Kleintransporter in Brand geriet. Laut Einsatzleiter Thomas Andexlinger hat so ein Löscheinsatz seine Eigenheiten, weil die Battereien ganz anders funktionieren als normale Motoren.

„Krone“: Der Elektro-Kleintransporter war nahe der Traunbrücke in Brand geraten. Wie sah das Einsatzszenario aus?
Thomas Andexlinger: Wegen dem Feierabendverkehr war schon die Anfahrt schwierig. Entlang des dichten Staus ist schon eine tiefschwarze Rauchwolke aufgestiegen. Bei unserem Eintreffen war der Lenker heraussen. Das in Vollbrand stehende Fahrzeug war einen Abhang hinab ins Gebüsch gerollt.

„Krone“: Der Löscheinsatz war offenbar speziell.
Andexlinger: Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind doch gänzlich anders zu löschen und zu behandeln als normale Pkw. Im konkreten Fall war auch die Gefahr einer Brandausbreitung auf den Auwald sehr groß. Wir haben das Fahrzeug deswegen mit einer Seilwinde hochgezogen und die Batterien laufend mit Wasser weiter abgekühlt.

„Krone“: Die Batterien sind das Problem?
Andexlinger: Der erste Löscheinsatz unter Atemschutz hat rasch Wirkung gezeigt, aber das Fahrzeug musste dann in ein Wasserbad, weil von den verbrannten und zerstörten Batterien noch etliche Stunden später enorme Brandgefahr ausgeht. Es treten auch noch lange giftige Dämpfe der Batteriesäure aus.

„Krone“: Was haben Sie gemacht, ein passendes Wasserbad war wohl nicht einfach zu finden?
Andexlinger: Da hat es schon einige Telefonate gebraucht. Wir haben dann eine Trauner Firma gefunden, die eine dichte Mulde hat, also ein gegen Auslaufen umweltgeschütztes tiefes Wasserbad. Da mussten die den Transporter mehr als 24 Stunden ruhen lassen, bis die Batterien sicher abgekühlt waren. Das kontaminierte Wasser muss natürlich auch fachgerecht entsorgt werden.

„Krone“: Der Aufwand ist also ganz schön hoch.
Andexlinger: Ja, wir haben in Traun eine Tesla-Werkstatt, haben uns deshalb eigene Schulungen für den Umgang mit E-Autos organisiert. Tesla schreibt zum Beispiel für das Löschen einer Batterie zur Abkühlung den Einsatz von 15.000 Liter Wasser vor. Da ist es aber noch nicht sicher, dass es wirklich passt.

Christoph Gantner
Christoph Gantner

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