"Für eine Jubelstimmung oder für eine Entwarnung ist es noch zu früh, denn wir bewegen uns nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau", kommentierte IV-Geschäftsführerin Michaela Wagner am Montag die Ergebnisse. An der Umfrage beteiligten sich 49 Unternehmen mit rund 21.700 Beschäftigten.
12 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten die aktuelle Geschäftslage als gut, 74 Prozent als durchschnittlich, aber immerhin 14 Prozent noch als schlecht. Vorsichtiger Optimismus drückte sich in der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten aus: 11 Prozent gehen von einer Verbesserung aus, 8 Prozent von einer Verschlechterung. Die restlichen Unternehmen glauben nicht an eine Veränderung.
Während sich beim Auftragsbestand und bei den Exporten eine Entspannung einstellte, werden die erwartete Produktionstätigkeit in drei Monaten sowie die Verkaufspreise im nächsten Quartal nach wie vor sehr negativ bewertet. Die Ertragssituation hat sich gebessert, auch wenn sie von 29 Prozent der Betriebe als schlecht eingestuft wird, von 41 Prozent hingegen als gut. Hinsichtlich des Beschäftigtenstands in drei Monaten gehen 13 Prozent der Unternehmen von einem Plus an Beschäftigten aus, 15 Prozent rechnen mit weniger Mitarbeitern.
Große Unterschiede zwischen Branchen
In der Betrachtung der einzelnen Branchen zeigte sich ein sehr differenziertes Bild. In der Maschinen- oder Metallindustrie ist laut Wagner "kein Licht am Ende des Tunnels" auszumachen, kein einziges Unternehmen bezeichnete die Geschäftslage als gut. Ebenso trüb sind die Aussichten in der Textilindustrie, in der 56 Prozent der Firmen die Ertragssituation als schlecht beurteilten.
Etwas besser ist es um die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie um die Elektroindustrie bestellt. In der Nahrungsmittelindustrie berichteten 19 Prozent der befragten Betriebe von einer guten Geschäftslage, die sich noch weiter verbessern soll. Die besten Werte wurden in der Elektroindustrie verzeichnet. Die Geschäftslage stuften 49 Prozent der Unternehmen als gut ein, Kopfzerbrechen machen allerdings ein erwarteter Rückgang der Verkaufspreise.
Erholung könnte noch Jahre dauern
"Euphorie ist fehl am Platz, von einer wirtschaftlichen Erholung kann noch keine Rede sein", betonte die IV-Geschäftsführerin. Es könne noch Jahre dauern, bis die einzelnen Branchen das Niveau von 2008 wieder erreicht haben, sagte Wagner. Völlig kontraproduktiv seien gerade jetzt überzogene Lohnforderungen bei den Kollektivvertragsverhandlungen sowie eine unflexible Haltung beim Thema Durchrechnungszeiten für Überstunden.








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