Politiker in Aufruhr:

Klangschalentherapie in Grazer Haftanstalt

Steiermark
25.05.2018 05:23

Immer wieder herrscht Wirbel in der Justizanstalt Graz-Jakomini. Jetzt stößt die Genehmigung der Anstaltsleitung für eine Klangschalentherapie für Insassen bei Mitarbeitern und auch Politikern auf heftige Gegenwehr. Die Sinnhaftigkeit dieser Therapie sei nicht gegeben, kritisiert etwa ein FPÖ-Nationalrat.

Seit April diesen Jahres kommen Insassen der Justizanstalt Graz-Jakomini in den Genuss einer Klangschalentherapie. „Wo begrenztes Denken, geistige Unruhe, Ängste, emotionale Unausgeglichenheit sich auflösen und in Harmonie, Leichtigkeit, Lebensfreude, Gelassenheit und Klarheit umgewandelt werden können, somit auch Selbstheilungskräfte aktiviert werden können“, heißt es in einer Information an die Häftlinge. Die kam auch an: Ein Dschihadist und ein Staatsverweigerer nutzten die Möglichkeit dieses Kurses bereits.

Doch diese Form der Therapie wird seitens der Justizwache-Gewerkschaft und Nationalräten der FPÖ, die gemeinsam mit Politikern der ÖVP der Anstalt und ihrem Leiter am Dienstag eine Stippvisite abstatteten, nicht willkommen geheißen. „Die Sinnhaftigkeit eines solchen Wohlfühl- und Freizeitangebots für Terroristen und Mörder ist mehr als nur fragwürdig!“, kritisiert etwa Günther Kumpitsch (FPÖ), der sich auch vorgenommen hat, die problematische Personalsituation in Angriff zu nehmen. Auch Justizwache-Gewerkschafter Mario Raudner sieht diese von der Anstaltsleitung genehmigte Form der Beschäftigung problematisch: „Solche Therapien führen den Strafvollzug ad absurdum und haben nichts mit dem gesetzlichen Auftrag zu tun!“

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