24.05.2018 10:37 |

Abbau auch bei uns

Deutsche Bank streicht weltweit Tausende Jobs

Nach drei Verlustjahren in Folge verschärft die Deutsche Bank ihren Sparkurs. Der bereits im Jahr 2015 eingeleitete Stellenabbau soll laut Vorstandschef Christian Sewing die Zahl der Vollzeitstellen auf deutlich unter 90.000 drücken. Derzeit zählt die Bank weltweit 97.000 Angestellte. Auch Österreich ist betroffen, fast zwei Dutzend Beschäftigte sind bereits über ihren bevorstehenden Abgang informiert worden.

Vor allem das Aktiengeschäft wird massiv zurückgefahren. Insgesamt sollen dem Vernehmen nach etwa 25 Prozent der Stellen in diesem Bereich wegfallen. Hier will das Unternehmen künftig auf elektronische Lösungen und die weltweit wichtigsten Kunden setzen.

„Wir stehen zu unserer Unternehmens- und Investmentbank und bleiben international - daran werden wir nicht rütteln“, sagte Sewing am Mittwoch kurz vor der Hauptversammlung in Frankfurt. „Aber wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir wirklich gut können.“ Die Deutsche Bank wolle nicht nur in der Unternehmens- und Investmentbank Einsparungen vornehmen, sondern auch konzernweit die Ausgaben schneller und entschiedener senken. Zunächst werde sich der Umbau allerdings mit Kosten von bis zu 800 Millionen Euro im Jahresergebnis 2018 niederschlagen.

Altlasten wirkten sich negativ auf Bilanzen der Vorjahre aus
Sewing, der fast sein ganzes Berufsleben bei der Deutschen Bank verbracht hat, war in einer Krisensitzung des Aufsichtsrates am 8. April mit sofortiger Wirkung zum Nachfolger des seit Sommer 2015 amtierenden John Cryan ernannt worden. Die Bank schrieb zuletzt drei Jahre in Folge rote Zahlen - allerdings auch deshalb, weil Cryan teure juristische Altlasten bereinigte. Kritiker hielten dem Briten vor, beim Konzernumbau zuletzt zu zögerlich agiert zu haben.

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