Fr, 19. Oktober 2018

Geldstrafe

18.05.2018 06:29

Außerferner (41) betrieb blühenden Doping-Handel

Tiefe Einblicke in die Außerferner Kraftsportszene gab es am Donnerstag bei einem Prozess am Innsbrucker Landesgericht: Ein 41-Jähriger saß auf der Anklagebank und plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen. Er „half“ mit Doping nach, um seine Leistung zu steigern. Grundsätzlich ist dies nicht verboten, außer man gibt die Mittel weiter - und genau das tat der Kraftprotz.

Ein international agierender Ring, der per Internet verbotene Substanzen in großen Mengen vertrieben hatte, konnte vor einigen Monaten im Burgenland gesprengt werden. Dass der Kopf der Bande über die Bestellungen genauestens Buch führte, wurde auch dem 41-Jährigen zum Verhängnis. Ohne lange um den heißen Brei herumzureden, gestand der Metallarbeiter, Dopingmittel im Gesamtwert von knapp 7000 Euro bestellt zu haben. „Rund ein Drittel davon nahm ich für die eigene Leistungssteigerung, den Rest verkaufte ich an Freunde“, erklärte der Angeklagte vor Richterin Verena Offer.

1 Euro Aufschlag pro Ampulle für Unkunsten
Pro Ampulle, die im Einkauf 4 Euro kostete, schlug der Außerferner für seine Unkosten 1 Euro drauf. „Finanziert habe ich das Ganze mit Gelegenheitsjobs als Security-Mitarbeiter“, gestand der Kraftprotz. Der zuvor unbescholtene Mann wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 7200 Euro verurteilt - die Hälfte davon wurde bedingt nachgesehen. Der 41-Jährige nahm das Urteil sofort an.

Ruck ging durch Kraftsportszene
Der Prozess brachte aber zur Freude von Richterin Offer und Staatsanwalt Robert Mader auch Positives zu Tage. Es ging nämlich offenbar ein Ruck durch die Außerferner Kraftsportszene. „Ich bin irgendwie dankbar, dass alles aufgeflogen ist“, erklärte der Angeklagte, der wie viele seiner Kollegen nun die Hände vom Doping lässt.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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