Obama in Japan

USA wollen sich stärker in Asien einmischen

Ausland
13.11.2009 17:12
Die USA wollen sich nach den Worten von US-Präsident Barack Obama künftig stärker in Asien engagieren. Die Vereinigten Staaten seien eine "Pazifik-Nation", sagte Obama am Freitag vor Journalisten in Tokio, der ersten Etappe seines Asienbesuchs. Gleichzeitig beschwor der US-Präsident die guten Beziehungen zu Japan.

Er habe seine Reise durch Asien in Japan begonnen, weil das Bündnis zwischen beiden Staaten das Fundament für Sicherheit und Wohlstand in Asien gewesen sei. Obama war am Nachmittag in Tokio eingetroffen, wo er anschließend Gespräche mit dem neuen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama führte. Japan ist der engste Bündnispartner der USA in Asien. Seit dem Amtsantritt des linksgerichteten japanischen Regierungschefs vor zwei Monaten herrscht jedoch ein schärferer Ton. Hatoyama wünscht sich gleichberechtigtere Beziehungen mit Washington und fordert eine Neuverhandlung der Verträge zu den US-Militärstützpunkten.

Afghanistan-Engagement der USA "nicht endlos"
Obama betonte erneut, dass das Afghanistan-Engagement der USA "nicht endlos" sein werde. Eine Entscheidung über eine Truppenaufstockung und die weitere strategische Ausrichtung werde "bald" fallen, das Ziel der Alliierten bleibe, den Afghanen die Verantwortung für ihre Sicherheit zu übertragen. Obama würdigte die Verpflichtung Japans, in den kommenden fünf Jahren Afghanistan mit fünf Milliarden Dollar (3,36 Milliarden Euro) und Pakistan mit einer Milliarde Dollar Finanzhilfe zu unterstützen.

Reduzierung der Treibhausgase angestrebt
Obama und Hatoyama betonten ihre gemeinsame Verpflichtung zu mehr Klimaschutz. Beide Länder strebten eine Reduzierung der Treibhausgase um 80 Prozent bis zur Mitte des Jahrhunderts an, so dass weltweit eine Reduzierung um 50 Prozent möglich sein werde. Die USA und Japan wollten eng zusammen arbeiten, um eine "neue Ära im globalen Kampf gegen die Klimaerwärmung" einzuläuten.

Gemeinsame Warnung an Nordkorea und Iran 
Obama und Hatoyama warnten in einer gemeinsamen Erklärung Nordkorea und den Iran vor einer weiteren nuklearen Aufrüstung. Die Anstrengungen der beiden Länder seien eine Bedrohung der internationalen Stabilität und des Friedens. Die USA und Japan forderten Teheran und Pjöngjang auf, sich an die internationalen Vereinbarungen zu halten.

Die jüngsten Raketenversuche und Atomtests in Nordkorea zeigen nach Ansicht von Obama und Hatoyama, dass Pjöngjang weiterhin eine Bedrohung des Friedens und der Stabilität für Nordostasien und die internationale Gemeinschaft darstelle. Die jüngsten Enthüllungen über neue nukleare Anlagen im Iran hätten die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft über den Charakter des iranischen Atomprogramms verstärkt, heißt es in der Erklärung.

Langer China-Aufenthalt geplant
Am Samstag reist Obama weiter zum Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) in Singapur. Von Sonntag an hält sich der US-Präsident dann mehrere Tage lang in China auf, bevor ein Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul die Reise am Donnerstag abschließen soll.

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