Di, 16. Oktober 2018

Totengräber-Dynastie

13.05.2018 12:25

Diese „Balkanoperette“ lässt Wünsche offen

„Balkanoperette“ in den Linzer Kammerspielen. Ich bin offenbar mit falschen Vorstellungen in diesen Theaterabend spaziert, hatte mir jedenfalls mehr Operette, mehr Lustbarkeit, mehr Balkanmusik von Nebojša Krulanović erhofft. Auf alle Fälle aber mehr Kurzweil.

Dabei klingt der Plot so vielversprechend: die Männer der serbischen Totengräberdynastie Topalović werden alt - sehr alt! Eine leicht geschürzte, peitschenschwingende Pflegerin (Katharina Hofmann) mischt die Männergenerationen auf, der Jüngste (Julian Sigl) will zum Film, irgendwo ballert noch ein ziemlich groß gewachsener Mafioso (Horst Heiss) samt Töchterchen (Angela Waidmann) durch die Szenerie. Das alles erzählt Regisseur Robin Telfer irgendwie so lapidar, dass bei mir schon bald einmal die Fadesse anklopft.

Kein Platz für Spaß
Balkan ist eh ziemlich viel - Operette eher weniger. Schon gar kein Groove, der mir die Ohren durchputzt. Vielleicht eher noch eine serbische Mafiakomödie mit schiefen Musiktexten, die vielfach schwer verständlich vernuschelt werden - da bleibt das Hör-Vergnügen bei einer dreistündigen Inszenierung schnell einmal auf der Strecke. Dazu trägt auch Siegfried E. Mayers Kleinst-Drehbühne bei, die (buchstäblich) keinen Platz für viel Spaß erlaubt. Meine Humorretter: Sebastian Hufschmidt und Lutz Zeidler als Totengräber-Vater-Sohn-Duo. Immerhin.

Leichtfüßig
Eine Klasse für sich: Vasilij Sotke, der selbst mit einem steifen Bein noch eine leichtfüßige Nummer aufs Bühnenparkett zaubert!

Milli Hornegger/Kronenzeitung

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