Apokalypse im Kino

Das Ende ist nah - und Emmerichs "2012" spektakulär

Kino
11.11.2009 16:46
Das Ende ist nah! Im Jahr 2012 wird sich die Erde auftun und halbe Kontinente verschlingen. Gigantische Vulkane und Monster-Tsunamis löschen fast alles Leben aus. Moderne Archen sollen wenigstens einen kleinen, ausgewählten Teil der Menschheit retten. So zumindest sieht Hollywood-Actionspezialist Roland Emmerich in "2012" unsere nahe Zukunft, wie man ab 12. November im Kino sehen kann.

In dem seine bisherigen Special-Effects-Werke wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" noch übertreffenden Film beruft sich der Regisseur auf eine angebliche Weltuntergangs-Prophezeiung der alten Maya - auch wenn die Wissenschaft überzeugt ist, dass es am 21. Dezember 2012 weder einen apokalyptischen Einschlag eines Himmelskörpers geben wird und sich auch nicht die magnetischen Pole der Erde umkehren werden.

Weltuntergang in 158 Minuten
Am meisten ärgert den US-Präsidentenberater (herrlich fies gespielt von Oliver Platt), dass "all die Spinner" am Ende recht behalten - die orakelnden Menschen, die mit ihren "Kehre um!"-Plakaten an den Straßenecken rumstanden. Das Weiße Haus in Washington ist einer der Schauplätze, an denen Emmerich zeigt, wie in 158 Minuten die Welt untergeht - und am Ende doch die Sonne wieder scheint.

Regierungsspezialisten mit dem Geologen Adrian (Chiwetel Ejiofor) an der Spitze versuchen, das Unheil aufzuhalten. Dabei geraten sie sich über die Frage in die Haare, ob es richtig war, die milliardenteuren Tickets für die rettenden Archen ausschließlich an die Reichen, Berühmten und Erfolgreichen zu verteilen.

Immer noch regiert ein schwarzer Präsident (Danny Glover) die USA. Deutschland wird von einer Kanzlerin Merkel vertreten, die im Jahr 2012 mit einer neuen Frisur überrascht. Der italienische Ministerpräsident wird es übrigens ebenso wie der US-Präsident am Ende vorziehen, bei seinem Volk auf der heimgesuchten Erde zu bleiben statt in eine der Archen zu steigen.

John Cusack, Woody Harrelson, Amanda Peet als Stars
Währenddessen verbringt in Kalifornien der gescheiterte Schriftsteller und getrenntlebende Ehemann Jackson (John Cusack) ein "Papa-Wochenende" mit seinen zwei Kindern. Dabei kommen sie unversehens dem Ort zu nahe, an dem die Katastrophe ihren Anfang nimmt. Im Wald eines Nationalparks treffen sie aber auch einen der "Spinner" (Woody Harrelson), die mehr wissen als der Rest der Welt. Der gibt ihnen den entscheidenden Hinweis, wie sie sich vielleicht doch noch retten können.

Weite Landstriche sind schon im Meer versunken, Züge und Autos fallen vom Himmel und Elefanten und Giraffen werden Richtung Arche ausgeflogen. Doch Jackson gelingt es nicht nur, ein Flugzeug zu kapern. Im Weltuntergangs-Chaos schafft er es sogar, seine eigentlich wieder neu liierte Ehefrau (Amanda Peet) zurückzuerobern...

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Vergessen Sie "The Day After Tomorrow", "Independence Day" und "Armageddon". Regisseur Roland Emmerich entfacht hier eine globale Apokalypse, die vor allem als computergeneriertes Giga-Effektspektakel mit Erdbeben, Tsunami-Horror, Vulkanausbrüchen, Meteoriteneinschlägen und flammenden Infernos zu beeindrucken sucht. Übrigens: Dass es im Erdinneren rein magmabedingt heiß hergeht, ist nicht neu! Fazit: Bombastischer Endzeitschocker, der wirklich alles an Katastrophenszenarien verbrät und einen gerade deshalb - trotz des glutheißen Plots - kalt lässt.

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