Krümel als Übeltäter

Kleiner Vogel legt Urknall-Maschine lahm

Wissen
09.11.2009 16:21
Schon wieder eine Panne beim CERN-Teilchenbeschleuniger in Genf: Diesmal hat ein Vogel den Defekt ausgelöst. Wie eine Sprecherin des Europäischen Kernforschungszentrums am Montag berichtete, hatte das Tier Brotkrümel fallen gelassen. Diese sorgten an einer elektrischen Anlage außerhalb des Gebäudes für einen Kurzschluss. Der Vorfall hat sich bereits vor einer Woche ereignet.

Der Neustart des Beschleunigers ist nach mehreren Verzögerungen für Mitte November vorgesehen. Eine Panne im Kühlsystem hatte am 19. September vergangenen Jahres wenige Tage nach der Inbetriebnahme zwei Magneten des unterirdischen Beschleunigers lahmgelegt. In der Folge strömte eine große Menge zur Kühlung benötigtes Helium in den Tunnel. Die Experimente können nur bei einer Tiefsttemperatur von minus 273 Grad Celsius erfolgen. 

Wegen des Kurzschlusses sei auch ein Teil des Kühlsystems des LHC unterbrochen worden, sagte die CERN-Sprecherin. Dadurch sei es zu einer leichten Erwärmung von der absoluten Tiefsttemperatur auf minus 268 Grad Celsius gekommen. Wenige Stunden nach dem Vorfall habe sich die Lage aber wieder normalisiert, die Störung sei nicht gravierend gewesen. 

Im September 2008 eröffnet
Mit dem LHC an der französisch-schweizerischen Grenze sollen wissenschaftliche Rätsel zur Entstehung des Universums und Struktur der Materie gelöst werden. Um seine volle Leistungskraft zu erreichen, muss der LHC mehrere Jahre laufen. Dabei werden hochenergetische Teilchen in einer 27 Kilometer langen Ringröhre bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, um sie dann aufeinanderprallen zu lassen. Der LHC war am 10. September 2008 nach fast 20-jähriger Bauzeit und 3,9 Milliarden Euro Baukosten in Betrieb genommen worden.

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