Wenig Interesse

Haider-Ausstellung schlecht besucht, Skulptur unsicher

Kärnten
06.11.2009 13:29
Vor vier Wochen, am 9. Oktober, ist die Ausstellung über Jörg Haider im Bergbaumuseum Klagenfurt eröffnet worden (siehe Bild). Der Zulauf zur Schau, die von vielen als "Jubelausstellung" kritisiert wird, hält sich bisher aber in engen Grenzen. Die Zahl der Besucher soll, laut Informationen aus dem Rathaus, bei unter 2.000 liegen.

Klagenfurts Kulturstadtrat Albert Gunzer hat da ganz andere Zahlen, er spricht von 4.000 bis 5.000 Besuchern, die bisher registriert worden seien: "Die von mir genannten Zahlen sind jene, die ich vom Bergbaumuseum erhalte." Als Misserfolg will er den Mangel an Interesse nicht interpretiert wissen. Er sei mit der Besucherzahl sehr zufrieden, erklärte er.

Bei der Eröffnung hatte man noch damit gerechnet, in den ersten Tagen auf 5.000 Besucher zu kommen und Pläne präsentiert, wonach maximal 400 Personen gleichzeitig in die Räumlichkeiten gelassen werden dürften. Damals war auch vom Ziel von insgesamt 70.000 Besuchern bis zum 26. Jänner die Rede, was Gunzer jetzt dementiert: "Wir haben gesagt, wir rechnen mit 70.000, wenn wir das Wrack ausstellen, was wir dann aber nicht gemacht haben."

Zumindest Ausstellungsmacher Gerhard Finding, Leiter des Bergbaumuseums, sprach aber noch bei der Eröffnung dezidiert von 70.000 Besuchern, mit denen gerechnet werde. Gunzer spricht jetzt von "30.000 bis 40.000 Besuchern". Um diese Zahl zu erreichen, müssten allerdings für die restliche Laufzeit mehr als 500 Gäste täglich ins Museum pilgern, für insgesamt 70.000 Besucher müssten an die 1.000 Personen täglich Eintrittskarten lösen.

Verzögerungen bei Skulptur
Noch nicht aufgetaucht ist auch die angekündigte Skulptur, die vor dem Museum aufgestellt werden soll. Es handelt sich um einen 3,40 Meter hohen Block aus schwarzem Granit, der von fünf bronzenen Händen umfasst werde, womit das Verbindende Haiders symbolisiert werden soll. Gunzer dazu: "Jene Unternehmensgruppe, die diese Idee hatte, hat mir erklärt, dass es Verzögerungen gegeben hat." In der kommenden Woche gebe es ein Gespräch, bei dem der Termin für die Aufstellung der Skulptur festgelegt werden soll, kündigte der BZÖ-Vizebürgermeister an.

Unklar ist auch noch, ob die Haider-Schau, deren Laufzeit an sich bis 26. Jänner begrenzt ist, als permanente Ausstellung weitergeführt werden soll. Darüber werde man im Jänner entscheiden, sagte Gunzer.

Haider-Marterl gut besucht
Das am 11. Oktober, dem ersten Todestag Haiders, an der Unfallstelle errichtete Marterl ist indes weiterhin ständig mit Kerzen geschmückt und hat offenbar auch schon Eingang in das offizielle Besuchsprogramm des Landes für Gäste gefunden. Laut Landespressedienst wird nämlich BZÖ-Landeshauptmann Gerhard Dörfler am kommenden Montag mit Tirols Altlandeshauptmann und jetzigem ÖVP-Landtagspräsidenten Herwig van Staa der Gedenkstätte einen Besuch abstatten.

Bild: Haiders Mutter bei der Ausstellungseröffnung

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