Sa, 21. Juli 2018

„KÄRNthema“

25.04.2018 10:30

Gedanken zum Lärm

Wo wir lärmen, Wann wir lärmen, Womit wir lärmen, Wie wir lärmen, Warum wir lärmen...

Lärm gehört zu unserem Leben im 21. Jahrhundert dazu. Und jeder, der sich darüber ärgert, muss, kann und soll sich selbst bei der Nase nehmen und einmal nachdenken: Etwa ob wir nicht selber lärmen, wenn wir die eigenen Lärmschutzwände verlassen…

Und was wir uns noch fragen müssen: Geht’s überhaupt noch ohne Lärm? Und wo finden wir das noch heraus?

Denn richtig leise - also gaaaaanz leise - ist es doch (fast) nirgends mehr.

Etwa bei mir zu Hause, etwas außerhalb von Klagenfurt: Ab 5 Uhr früh donnern da Lkw durchs Dorf; zu so früher Stunde noch ohne Ladung. Das lässt die Achsen so schön poltern. Dann geht der Berufsverkehr los; Tempolimits sind maximal Empfehlungen; für 100 Meter muss schon Vollgas her, damit die automatische Schaltung des modernen Autos so richtig schön knallt beim Schalten.

Das ist übrigens keine Fehlfunktion wie früher einmal. Heute ist das Absicht: „Beim Tritt aufs Gaspedal knallen künstliche Fehlzündungen wie Pistolenschüsse durch die geöffneten Schallklappen im Sportauspuff“, schreibt dazu etwa der „Spiegel“.

Am Wochenende fällt das weg. Da ist die Straße schön frei - für Motorräder etwa, die in Rudeln auftreten; die originalen Flüsterauspuffe weggetauscht gegen „geilere“, lautere; die röhren dann Vollgas - mehrere und gleichzeitig.

Was bleibt, ist die Flucht in die Berge - allerdings unterwegs dann selber vorbeilärmend an den Gärten derer, die da entlang der Route wohnen -, um dort festzustellen, wie ein Airliner klingt; nur halt 10.000 Meter tiefer… Oder welchen „Gaudi-Hit“ der Hüttenwirt eingelegt hat in seine „Sound-Maschine“.

Was ist also mit Lärm? Stört er nur, wenn er nicht von uns selbst kommt? Weil er dann natürlich keinen Spaß macht?

Und was ist mit Stille? Ertragen wir sie (noch)?

Hannes Mösslacher, Kärntner Krone

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