Fr, 14. Dezember 2018

Badeorte bedroht

24.04.2018 06:00

Kampf gegen Naturgewalt an den Ferienstränden

Die beliebtesten Ferienorte der Österreicher an der Oberen Adria kämpfen mit den Naturgewalten. Neben Starkregen, Schnee und Hagel bereitet der Schirokko-Wind Probleme. Er verfrachtet den Sand der Badestrände. Um diese zu retten, läuft derzeit ein Großeinsatz - ein Wettlauf gegen die Zeit vor der Saisoneröffnung.

Der Strand von Lignano ist eine der beliebtesten Kurzurlaubs-Destinationen der Österreicher. Statt einem Ferienidyll gleichen Teile des acht Kilometer langen Küstenstreifens derzeit aber einer Baustelle. „Wir müssen pro Jahr bis zu 800.000 Euro für Sandarbeiten aufwenden“, erklärt Bürgermeister Luca Fanotto.

Um die Vorgänge zu verstehen, wurde bei der Universität Triest eine Studie in Auftrag gegeben. Das Problem: Durch Erosion werden die Strände immer schmäler. Ursache sind die vorherrschenden Winde, vor allem der Schirokko, der warme Luft von der Sahara nach Norden bläst. Durch die dabei entstehenden Wellen wird der Sand zurück ins Meer geschwemmt - die Liegestrände sind in Gefahr.

„Am Strand von Pineta gab es das Problem schon immer“
„Am Strand von Pineta gab es das Problem schon immer. In den letzten Jahren müssen wir auch in Sabbiadoro und Riviera tätig werden“, erklärt Touristiker Giorgio Ardito von der Firma „Lignano Pineta spa“.

Mit Baggerschiffen wird derzeit Sand aus dem Meer gebaggert und durch Pipelines an Land gepumpt, wo das Material angehäuft und mit Schubraupen verteilt wird. Der Ferienort ist derzeit wohl der größte Sandspielkasten am Mittelmeer.

Während auf der einen Seite der Sand fehlt, hat der Süden des Ferienortes zu viel davon. Mit dem Tagliamento-Fluss werden jedes Jahr mehr als 50.000 Kubikmeter Sedimente in die Adria und von dort in Richtung des Ferienortes Bibione gespült. Auch in diesem Bereich stehen Baggerschiffe im Einsatz. Sie müssen die Schifffahrtskanäle und Hafeneinfahrten frei von den Sedimentmassen halten.

Die Bauarbeiten werden jetzt zum Wettlauf gegen die Zeit. „Bis zur Eröffnung der Badesaison kommenden Samstag muss alles abgeschlossen sein. Unsere Gäste sollen ihren Urlaub ja genießen können“, so Ardito.

Thomas Leitner
Thomas Leitner

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