Streit um B1-Ausbau

Wegen Protest droht nun ein Verkehrskollaps

Oberösterreich
21.04.2018 08:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

33.700 Fahrzeuge rollen täglich auf der B 1 von Linz nach Marchtrenk. Nächsten Freitag könnte die Blechlawine zum Stehen kommen. Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) befürchtet sogar einen Monster-Stau im Zentralraum. Grund: Der Marchtrenker SP-Stadtchef Paul Mahr plant eine Straßensperre.

Rasend macht Landesrat Günther Steinkellner der Plan des Marchtrenker Stadtchefs Paul Mahr für eine Blockade der B 1. „Statt populistische Maßnahmen zu setzten, muss im Sinne eines sehr raschen Ausbaus eine koordinierte Zusammenarbeit her“, ärgert sich Steinkellner zum wiederholten Male. 

Dauer-Streit um Streckenführung
 Die Fetzen fliegen schon lange. Mahr fordert tiefergelegte Kreuzungen. Für das Land, das zur Gänze den Ausbau berappen muss, kommt das aber nicht in Frage. „Technisch machbar ist alles. Aber eine unterirdische Streckenführung, wie sie Marchtrenk will, würde jeglichen Kostenrahmen sprengen“, ärgert sich Verkehrslandesrat Günther Steinkellner. 

Kosten von rund 70 Millionen Euro 
 In den Plänen des Landes sind sechs ampelgeregelte Kreuzungen geplant. Die kosten würden bei rund 70 Millionen € liegen. Für jede unterirdischen Verkehrsknotenpunkt kämen fünf Millionen € dazu. Christian Dick, Leiter der Straßenbauabteilung: „Bei der unterirdischen Variante müssten wir die Bundesstraße absenken. Das braucht viel Platz. Gerade in einem so dicht bebauten Gebiet ist das sehr schwer möglich!“ 

Ausbau nun in zwei Teilen
 Weil derzeit zwischen Land und Marchtrenk Eiszeit herrscht, entschied sich das Land für eine Zweiteilung des Ausbaus. Anfang 2019 werden die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung des ersten 2,3 Kilometer langen Abschnitts eingereicht. Ohne größere Beschwerden könnten bereits 2021  die Bagger anrollen. Die Bauzeit beträgt rund zwei Jahre.

Marchtrenk muss Konzept liefern
Der zweite Abschnitt hängt in der Luft: „ Marchtrenk muss den Planern des Landes rasch ein Nebenwegekonzept präsentieren. Das Konzept ist eine wichtige Basis für die Verkehrsuntersuchung. Diese ist dann die Grundlage für alle weiteren Prüfungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitserklärung“, stellt Steinkellner klar.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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