Mo, 20. August 2018

Prozess um Bootsunfall

19.04.2018 13:03

Zeuge beschwerte sich über Wahnsinnsfahrt

Der Prozess um den tödlichen Motorbootunfall am Wörthersee bleibt spannend wie ein Krimi: Wie bei CSI arbeiten die Gerichtsgutachter auf, was sich auf der „Malibu“ vor der Schlangeninsel abgespielt haben könnte. Auch ein Zeuge sorgt für neuen Zündstoff - er warnte den Bootsbesitzer noch vor dem Crash, dass er eine Wahnsinnsfahrt beobachtet hätte.

Es handelt sich um einen bekannten Bootsbesitzer vom Wörthersee, der sich kurz vor dem Unfall bei seinem Kollegen, den Malibu-Eigner, über die Fahrweise des Lenkers beschwert hatte. Der Eigner versuchte dann nach eigenen Angaben, seinen Mitarbeiter am Boot zu erreichen, um nachzuhaken - erreichte ihn aber nicht. Erst, als es bereits zu spät war. Das Boot war in einer Kurve außer Kontrolle geraten, ein Familienvater aus Niederösterreich über Bord geschleudert worden. Gerichtsmediziner Wolfgang Tributsch hat wie bei CSI genau untersucht, wie der 44-Jährige getötet wurde. Viele Details seiner Expertise ließen so manchem im Gerichtssaal erbleichen. Fakt ist, dass das Opfer zunächst ins Wasser fiel und erst danach vom rotierenden Propeller erfasst wurde. „Ich denke, der Lenker hat in einer Kurzschlusshandlung den Retourgang eingelegt“, glaubt ein Zeuge. Ob der Fahrer, ein ebenfalls 44-jähriger Manager, der 1,2 Promille intus hatte, dafür verantwortlich ist und ob den Vertreter des Bootsbesitzers eine Mitschuld trifft, will Richter Matthias Polak am 16. Mai entscheiden.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

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