Acht weitere Jugendliche aus derselben Klasse sind ebenfalls krank, ob es sich bei ihnen um die Neue Grippe handelt, wird ein Rachen- und Nasenabstrich zeigen.
Die betroffenen Schüler der Klagenfurter Berufsschule befinden sich in häuslicher Pflege, die restlichen 20 Schüler der Klasse bekamen eine Woche frei. "Wir haben der Empfehlung des Amtsarztes Rechnung getragen und die restlichen Schüler bereits am Montag nach Hause geschickt", hieß es vonseiten der Direktion am Dienstag.
Wird Kolpingheim vorerst geschlossen?
Auch im Klagenfurter Kolpingheim wird über eine vorübergehende Schließung diskutiert, da einige der erkrankten Berufsschüler hier untergebracht sind. Durch diese Vorsichtsmaßnahme soll die Gefahr für weitere Ansteckungen reduziert werden. An der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Linz, an der es drei Erkrankte und 23 weitere Verdachtsfälle für Neue Grippe gab, wird am Mittwoch wieder der Schulbetrieb aufgenommen.
Viele Menschen sind besorgt
Die beherrschende Frage in Kärnten ist derzeit: Impfen oder nicht impfen? Erst recht nach der Schließung der Klagenfurter Berufsschulklasse. Im Impfzentrum der Landeshauptstadt trifft man viele besorgte Menschen und eine verärgerte Amtsärztin. Roswitha Plank ist seit Jahrzehnten Amtsärztin in der Landeshauptstadt und sie schüttelt den Kopf: "Ich verstehe das nicht. Der Gesundheitsminister, regionale Gesundheitspolitiker und viele bekannte Ärzte lassen die Menschen wissen, dass sie sich nicht impfen lassen. Das ist verantwortungslos!"
Willst du dich gegen die Neue Grippe impfen lassen? Stimm ab in der Infobox!
Plank betont, dass sie sich genauso wie alle ihre Mitarbeiter immunisieren habe lassen. "Das ist ein österreichischer Impfstoff, der sehr gut vertragen wird. Hier wird die Bevölkerung zu Unrecht beunruhigt."
Vor der Tür des Gesundheitsamtes hat sich unterdessen schon eine Menschenschlange gebildet. "Ich halte es da mit dem Sprichwort, vorbeugen ist besser als heilen", meint eine Pensionistin. Weshalb wird eigentlich nur in Impfzentren und nicht bei den Hausärzten geimpft? Planks Kollege Klaus Fillafer erklärt es mit der Verpackung des Impfstoffs: "Das ist sozusagen immer für zehn Personen portioniert und nach dem ersten Gebrauch muss es rasch weiter verwendet oder dann weggeschüttet werden. Und da haben eben nur Zentren die entsprechende Frequenz."
Zahlreiche Anfragen am Telefon
Die ist bei Plank & Fillafer auf jeden Fall gegeben. Im Sekretariat kennt Tanja Robinig an diesem Dienstag nur eine einzige Tätigkeit: telefonieren. Und alle Anrufer wollen nur das eine wissen: Soll ich mich gegen die Schweinegrippe impfen lassen?
Für Roswitha Plank ist klar, dass sich die Risikogruppen diese Frage nicht stellen sollten. "Empfohlen wird die Schutzimpfung für alle zwischen dem sechsten Monat und dem 49. Lebensjahr." Eine Person über 50 darf schutzlos erkranken? "Nein, natürlich wird jeder geimpft, der das will. Aber die Zielgruppe derer, denen es geraten wird, geht bis 49."
von Fritz Kimeswenger ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at








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